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Panorama Kachelmann versammelt Aktionäre im Gefängnis
Nachrichten Panorama Kachelmann versammelt Aktionäre im Gefängnis
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18:28 17.07.2010
Jörg Kachelmann sitzt wegen Vergewaltigungsverdacht in Untersuchungshaft. Quelle: dpa
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MANNHEIM. Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ bestätigte der Leiter der Justizvollzugsanstalt Mannheim, Romeo Schüssler, am Samstag. Die Justizvollzugsanstalt und das Landgericht Mannheim haben nach seinen Angaben mehreren Personen eine Besuchserlaubnis erteilt. Laut „Focus“ handelt es sich um die Sitzung der Aktionäre von Kachelmanns Produktions AG. Auch Kachelmanns Anwalt bestätigte das Treffen grundsätzlich.

Schüssler sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Wenn das eine Versammlung ist, ist das eben so.“ Das sei für das Gefängnis nichts Außergewöhnliches. „Für uns ist das ein normaler Besuch.“ Es gebe genügend Funktionsräume, etwa auch für Heiraten, in denen größere Besuchergruppen empfangen werden können. So wie immer werde auch bei Kachelmann ein Vollzugsbeamter mit am Tisch sitzen und das Gespräch überwachen.

Die denkmalgeschützte Haftanstalt ist nicht nur die größte JVA in Baden-Württemberg, das sternförmige Sandsteingebäude gehört mit einem Alter von mehr als 100 Jahren auch zu den ältesten. Derzeit sitzen dort 723 Gefangene, davon 163 in Untersuchungshaft. Strafgefangene haben laut Gesetz Anspruch auf mindestens eine Stunde Besuch im Monat - in Mannheim werden drei Stunden gewährt; der Anwalt hat jederzeit Zugang zu seinem Mandanten. Bei U-Häftlingen entscheidet der Richter, wie häufig er Besuch haben darf.

Der „Focus“ berichtet, dass bei der Versammlung unter anderem beschlossen werden soll, was mit dem Bilanzgewinn 2009 in Höhe von 4,85 Millionen Schweizer Franken (3,56 Millionen Euro) geschieht. Außerdem ist die Wahl des Verwaltungsrates geplant, an dessen Spitze derzeit Kachelmann steht, heißt es in dem Magazin, dem die Einladung zu der Sitzung nach eigenen Angaben vorliegt. Geladen sind sieben Aktionäre.

Der Schweizer Kachelmann ist seit dem 20. März hinter Gittern, weil er seine Ex-Freundin in ihrer Schwetzinger Wohnung mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben soll. Kachelmann, der sich vom 6. September an vor Gericht verantworten muss, bestreitet die Vorwürfe. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Ob der Meteorologe, der am Donnerstag seinen 52. Geburtstag im Gefängnis feierte, bis zum Beginn seines Prozesses in Untersuchungshaft bleiben muss, ist ungewiss. Derzeit prüft das Oberlandesgericht Karlsruhe die Haftbeschwerde seines Anwalts. (dpa)

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