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Panorama Jugendliche sollen Mithäftling in JVA gefoltert haben
Nachrichten Panorama Jugendliche sollen Mithäftling in JVA gefoltert haben
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14:05 08.01.2010
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Zwei 16- und 17-jährige Häftlinge der JVA Herford sollen einen weiteren 17-jährigen Mitgefangenen in ihrer Zelle körperlich und sexuell misshandelt und ihn schließlich aufgefordert haben, sich mit einer Gardine zu erdrosseln, erklärte der Bielefelder Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart am Freitag. Er bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Ob die Vorwürfe stimmten, sei aber noch unklar.

Der brutale Überfall soll im Sommer 2009 stattgefunden haben und wurde laut Baumgart nur durch einen Zufall bekannt. Ein Zeuge hatte demnach in einem Prozess von den angeblichen Folterungen des 17-Jährigen in Herford erzählt. Das Opfer soll sich ihm anvertraut haben, aus Angst aber keine Anzeige erstattet haben. Die Staatsanwaltschaft nahm daraufhin die Ermittlungen auf.

Zwtl: Vorwürfe abgestritten

Der Kreis der Beschuldigten habe sich inzwischen auf vier ausgeweitet, von denen jedoch erst drei vernommen worden seien. Sie hätten die Vorwürfe abgestritten, erklärte der Oberstaatsanwalt. Ob es zu einer Anklageerhebung kommt, steht Baumgart zufolge noch nicht fest. Zunächst soll das mutmaßliche Oper vernommen werden, das sich derzeit zu einem sozialen Trainingskurs in der Türkei aufhält. Die angeblichen Misshandlungen basierten bislang allein auf Zeugenaussagen, Sachbeweise gebe es nicht, sagte Baumgart.

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums wollte sich zu dem Vorfall auf DAPD-Nachfrage am Freitag nicht äußern. Erst wolle man den Abschluss der Ermittlungen abwarten, erklärte er.

Der Leiter der JVA Herford, Friedrich Waldmann, sagte der „Bild“ zufolge: „Gewalt dulden wir hier nicht im Ansatz.“ Als man von den Vorwürfen erfahren habe, seien sofort interne Ermittlungen eingeleitet und die Ergebnisse weitergeleitet worden.

Erinnerungen an JVA Siegburg


Die neuen Misshandlungs-Vorwürfe wecken Erinnerungen an den Foltermord im Siegburger Jugendgefängnis, der im November 2006 bundesweit für Entsetzen gesorgt hatte. Drei Häftlinge hatten ihren 20-jährigen Mitgefangenen zwölf Stunden lang brutal misshandelt und schließlich zum Selbstmord gezwungen. Die Täter sind inzwischen zu Haftstrafen zwischen zehn und 15 Jahren verurteilt worden. apd

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