Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Jetzt schon 610 Tote in Bangladesch
Nachrichten Panorama Jetzt schon 610 Tote in Bangladesch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:45 05.05.2013
Ein Mann sucht seinen Bruder in den Trümmern des Hauses. Quelle: Abir Abdullah
Anzeige
Dhaka

Elf Tage nach dem Unglück lag die Zahl der Toten bei 610.

Der Schuttberg war immer noch nicht abgetragen. Regierung, Fabrikanten, Arbeitnehmer und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) vereinbarten einen Aktionsplan für mehr Sicherheit in der Textilindustrie, die fast 80 Prozent zu den Exporteinnahmen des südasiatischen Landes beisteuert.

Das einst achtstöckige Gebäude mit Textilfabriken und Geschäften im Industriegebiet Savar nordwestlich der Hauptstadt Dhaka war am 24. April zusammengestürzt. Mehr als 2400 Menschen wurden bei der Katastrophe verletzt. Sie gilt als das schlimmste Fabrikunglück in der Geschichte Bangladeschs.

Einer der Retter sagte, dass die meisten der am Samstag geborgenen Leichname nicht mehr identifizierbar seien. Die meisten Opfer seien Frauen. Am Samstag starb außerdem einer der freiwilligen Helfer. Er habe sich schlimme Brandwunden zugezogen, als er am Sonntag vor einer Woche die letzte Überlebende unter den Trümmern bergen wollte und ein Feuer ausbrach, sagte Siddiqul Alam Sikder, der die fehlgeschlagene Rettungsaktion überlebte. Der 35 Jahre alte Freiwillige sei in einem Krankenhaus in Singapur seinen Verletzungen erlegen.

Ein Regierungsvertreter kündigte am Samstag einen "kurz- und mittelfristigen" Plan zur Verbesserung der Fabriksicherheit an. Er sieht etwa vor, binnen sechs Monaten 200 Inspektoren einzustellen, die Struktur aller Gebäude zu untersuchen, gefährdete Fabriken bis Ende 2013 zu verlagern, Sicherheitstrainings-Programme für die Arbeiter einzuführen und ihnen das Recht zu gewähren, sich in den Fabriken zu organisieren. Dazu soll auch die Arbeitsgesetzgebung geändert werden. Die Verantwortlichen für die Unfälle in Bangladesch sollen binnen sechs Monaten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Vereinigung der Textilfabrikanten hatte am Freitag ihre fast 3500 Mitglieder aufgefordert, bis zum 30. Mai Sicherheitspläne für ihre Gebäude vorzulegen. Dahinter steht die Furcht, dass sich internationale Händler aus Bangladesch zurückziehen könnten, wenn die Sicherheitslage nicht verbessert wird.

Die Polizei hat schon die Eigentümer des Rana-Plaza-Gebäudes festgenommen sowie die Besitzer mehrerer der Fabriken, die dort untergebracht waren. Das Rana Plaza war am Tag vor der Katastrophe bereits evakuiert worden, nachdem größere Risse im Gebäude entdeckt worden waren. Berichten zufolge zwangen die Fabrikanten aber am Unglückstag ihre Beschäftigten zurück an ihre Arbeitsplätze.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Fund einer amerikanischen Fliegerbombe in Frankfurt haben Spezialisten am Sonntag den Blindgänger entschärft. Die Aktion dauerte länger als geplant, weil immer wieder Menschen in den abgesperrten Sicherheitsbereich eindrangen, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

05.05.2013

11 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen in Deutschland ziehen eine Schönheitsoperation in Erwägung. Das ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" unter 1004 Menschen.

05.05.2013

Bei der Explosion von drei entgleisten Kesselwagen voller giftiger Chemikalien ist am Samstag in Belgien ein Mensch gestorben. 17 Anwohner wurden verletzt. Die Ursache des Bahnunglücks in der Nähe von Gent blieb zunächst unklar.

04.05.2013
Anzeige