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Panorama Hochwassergefahr in Brandenburg gebannt
Nachrichten Panorama Hochwassergefahr in Brandenburg gebannt
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12:44 11.08.2010
Einsatz in Guben: Helfer haben mit Sandsäcken die Häuser abgedichtet und pumpen die Keller leer Quelle: dpa

Erleichterung in Brandenburg: Die akute Hochwassergefahr ist nach Einschätzung von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gebannt. „Wir sind aus dem Gröbsten raus“, sagte Platzeck am Mittwoch. Die Situation an Neiße und Spree habe sich deutlich entspannt. Besonders froh stimmte den Regierungschef, dass keine Menschen zu Schaden kamen und auch große volkswirtschaftliche Beeinträchtigungen ausblieben. Die Pegelstände an Neiße und Spree sanken, auch aus Sachsen wurde eine fallende Tendenz gemeldet. Die Deiche werden jedoch weiter genau beobachtet, um Sickerstellen schnell schließen zu können.

In der Nacht zu Mittwoch waren zahlreiche Helfer im Hochwassergebiet damit beschäftigt, die Deiche zu sichern. So stabilisierten laut Innenministerium rund 130 Feuerwehrleute bei Coschem (Oder-Spree) einen gefährdeten Deichabschnitt mit Folien und Sandsäcken. Auch an der Spree traten weitere undichte Stellen auf. Mit rund 100 000 weiteren Säcken sollten am Mittwoch in den Gemeinden Neuhausen und Amt Burg (Spree-Neiße) Gebäude gesichert und Deiche stabilisiert werden. Der Deich bei Neuhausen ist zwar durch einsickerndes Wasser angeschlagen, aber einen Durchbruch befürchtete der Landkreis Spree-Neiße nicht.

Nach Angaben von Regierungschef Platzeck war die Situation am Dienstagabend insbesondere zwischen Guben und Ratzdorf durchaus noch kritisch. Es habe „ein paar ernste Sorgen“ gegeben, meinte er. Inzwischen habe sich die Lage jedoch deutlich beruhigt. „Wir haben keine Notsituation mehr.“

Gleichwohl sind sich die Experten einig: Die Aufmerksamkeit darf nicht nachlassen. Dies gilt insbesondere für die Situation in Cottbus. Auf Brandenburgs zweitgrößte Stadt kommen größere Wassermengen aus dem 15 Kilometer entfernten Stausee Spremberg zu. Dort wird seit Montag zur Entschärfung der Hochwassergefahr kontrolliert Wasser abgelassen. Aus der Talsperre fließen seit dem Morgen 70 Kubikmeter Wasser pro Sekunde statt 60 in Richtung Spreewald ab.

Cottbus ist nach Einschätzung von Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) gewappnet. Die 500 Einsatzkräfte hätten bisher 60 000 Sandsäcke an zehn gefährdeten Orten im Stadtgebiet verbaut, sagte der Rathauschef am Mittwoch. Das Landesumweltamt erwartete am Pegel Cottbus für den Nachmittag die niedrigste Alarmstufe 1.

Das Spreewasser geht nun langsam durch den weiter nördlich gelegenen Spreewald. Dort könnte zusätzliches Wasser dazu führen, dass unbewohnte Uferflächen überflutet werden. Berlin erwartet aber keine Flut. Das Wasser der Spree soll in der Hauptstadt nur um etwa zehn bis 20 Zentimeter steigen.

Auch die Lage an der Neiße ist noch nicht völlig entspannt. Nach Angaben des Innenministeriums gibt es zahlreiche Sickerstellen an den Deichen. Der Hochwasserscheitel der Neiße hat jedoch Guben passiert, ohne dass es zu größeren Schäden kam. Die Bundesstraße B 112 blieb vorerst gesperrt. Im Landkreis Spree-Neiße gilt weiterhin die Alarmstufe 3, zumal auch Regen angekündigt worden ist.

An der Oder besteht nach Einschätzung des Hochwassermeldezentrums Frankfurt/Oder keine Gefahr. Das Neißehochwasser war am Dienstag bei Ratzdorf in den Fluss geflossen, es wurde aber vorerst nirgendwo die Alarmstufe 1 erreicht. Die Hochwasserwelle aus der Lausitzer Neiße habe am frühen Mittwochmorgen am Pegel Eisenhüttenstadt den Scheitelwert von 4,73 Metern erreicht und bewege sich nun „abflachend“ auf Frankfurt zu, hieß es.

Während sich die Lage in Südbrandenburg entspannt, deutet sich Hochwasser der Elbe im Nordwesten an. Das Hochwassermeldezentrum in Potsdam rechnet damit, dass am Samstag in Wittenberge (Prignitz) die Alarmstufe 1 ausgerufen werden muss. dpa

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