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Panorama Hochwasser erreicht Brandenburg
Nachrichten Panorama Hochwasser erreicht Brandenburg
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19:17 10.08.2010
Vom Hochwasser eingeschlossen zeigt das Pegelhäuschen an der Oder-Neiße-Mündung bei Ratzdorf (Kreis Oder-Spree) am Dienstag einen Pegel von 4,70 Metern.
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Allerdings droht am Oberlauf der Neiße bereits ein neues Hochwasser. Angespannt war die Lage in Brandenburg vor allem in Guben. Dort stieg die Neiße so stark an, dass einzelne Straßen überschwemmt wurden und Keller voll Wasser liefen. In Sachsen wurden die Aufräumarbeiten nach der „Blitz-Flut“ vom Wochenende fortgesetzt.

An der Neiße stieg das Wasser nur noch an der Mündung in die Oder bei Ratzdorf, weiter südlich ging es überall langsam zurück. Am Morgen öffneten Helfer den Abfluss der Talsperre Spremberg nördlich von Guben, die große Mengen des Spree-Hochwassers zurückhalten konnte. Das Landesumweltamt plant, die Wassermassen dosiert abfließen zu lassen, um eine Überflutung der 25 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Cottbus zu verhindern.

In Berlin wird die Hochwasserwelle am (morgigen) Mittwoch erwartet. Allerdings wird sie sich nach Einschätzung der Experten so weit abgeschwächt haben, dass die Hauptstadt kaum betroffen sein dürfte. Es sei nicht zu erwarten, dass die Spree so stark wie 1981 ansteigen werde, hieß es. Damals kam es zu lokalen Überschwemmungen.

Auch an der südlichen Brandenburger Neiße entspannte sich die Lage leicht. Rund 100 Menschen aus dem Ort Klein Bademeusel, die vorsorglich in Sicherheit gebracht wurden, konnten in ihre Häuser zurückkehren. Auch dort wurde die höchste Alarmstufe IV aufgehoben. Der Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck warnte indes, der Druck auf die sehr alten Deiche an Neiße und Spree sei weiter hoch. Deshalb bleibe die Situation kritisch. Vermutlich werde die Flut aber nicht so große Schäden wie in Sachsen anrichten.

Sachsen warnt vor neuen Überflutungen


Dort muss nach Angaben des Landeshochwasserzentrums in der zweiten Wochenhälfte erneut mit einem Anstieg der Neiße gerechnet werden, sollten wie vorhergesagt weitere kräftige Niederschläge fallen. Da die Böden stark durchfeuchtet seien, könnte dies rasch geschehen. „Die erneute Ausbildung einer Hochwassersituation ist dann nicht auszuschließen.“

Zunächst wurde der Katastrophenalarm im Kreis Görlitz aber am Dienstag aufgehoben. Hunderte Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren weiter im Einsatz, um Keller auszupumpen. In Bad Muskau kam der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Fürst-Pückler-Park ohne größere Schäden davon. Dagegen standen das Kloster St. Marienthal sowie Teile der Orte Ostritz und Hagenwerder weiter unter Wasser.

Das sächsische Kabinett beschloss, als Überbrückungshilfe für betroffene Flutopfer, aber auch für Kommunen zinsgünstige Kredite im Volumen von mindestens 100 Millionen Euro bereitzustellen. Für Härtefälle soll es Sonderregelungen geben. Eingeschränkt werden sollen die Hilfen allerdings für jene Flutopfer, die sich in der Vergangenheit bewusst nicht um einen Versicherungsschutz bemühten. Nach bisherigen Schätzungen richtete die Flut im Freistaat einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe an.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière würdigte nach seiner Rückkehr aus dem Hochwassergebiet die Bemühungen um einen schnellen Wiederaufbau in Sachsen. „Die sächsische Staatsregierung macht es absolut richtig, dass mit einem Sofortprogramm der Wiederaufbau beginnt“, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Zudem sprach sich der Minister für eine enge Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Katastrophenbekämpfung aus.

Heftige Niederschläge und der Bruch eines Staudamms in Polen hatten am Wochenende im Dreiländereck von Deutschland, Tschechien und Polen die Neiße drastisch ansteigen lassen und zu der größten Naturkatastrophe seit dem Jahrhunderthochwasser von 2002 geführt. Sachsen fordert von der polnischen Seite Aufklärung darüber, wie es zum Dammbruch kommen konnte.

(Sven Kästner und Lars Rischke, apn)

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