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Panorama Hirnforscher sollen Affen misshandelt haben
Nachrichten Panorama Hirnforscher sollen Affen misshandelt haben
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12:42 22.02.2018
Ein Rhesus-Affe mit einem Implantat wird in der Tierhaltung im Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik von einem Tierpfleger gefüttert. Gegen drei Mitarbeiter wurde Strafbefehl erlassen.  Quelle: dpa
Tübingen

 Die Strafbefehle richten sich gegen drei verantwortliche Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik. Neben dem 67 Jahre alten Bereichsleiter Niko Logothetis seien auch der 49 Jahre alte Versuchsleiter und einen 55 Jahre alter stellvertretenden Tierhalter in die bedenklichen Tierversuche involviert.

Sie sollen von 2013 bis 2015 bei drei Affen Versuche zu spät beendet und dadurch den Tieren länger andauernde Leiden zugefügt zu haben. Sie hätten die Tiere festgelegten Kriterien zufolge früher einschläfern müssen. Das Tierschutzgesetz sieht laut Staatsanwaltschaft für Tiermisshandlung durch Unterlassen einen Strafrahmen von einer Geldstrafe bis hin zu drei Jahren Freiheitsstrafe vor.

Mitarbeiter erheben Einspruch

Alle drei Beschuldigten wurden zu einer Geldstrafe aufgefordert. Sie haben Einspruch gegen die Strafbefehle erhoben. Sollten sie den Einspruch auch nach ihrer Akteneinsicht aufrechterhalten, komme es zu einer Gerichtsverhandlung, sagte der Direktor des Amtsgerichts in Tübingen.

Die Ermittlungen gehen auf Anzeigen von Tierversuchsgegnern zurück. Ein als Pfleger arbeitender Tierschützer hatte die Affenversuche und die Haltung der Tiere heimlich gefilmt. Die Aufnahmen zeigen Affen mit Gehirn-Implantaten, eines der Tiere hat einen blutverschmierten Kopf, einem anderen läuft Spucke oder Erbrochenes aus dem Mund. Inzwischen wurden an dem Institut die Versuche mit Affen eingestellt - nach Angaben des verantwortlichen Forschers Nikos Logothetis, weil ihm der Rückhalt aus der Wissenschaft fehlte.

Keine weiteren Tierversuche für Beschuldigte

„Wir sind hocherfreut, dass es nach so langer Zeit zumindest zu Strafbefehlen kam“, sagte der Vorsitzende des Vereins Soko Tierschutz, Friedrich Mülln. „Das zeigt, dass wir richtig lagen mit der Einschätzung, dass die Behandlung der Tiere illegal war.“

Für Logothetis hat der Erlass des Strafbefehls offenbar weitreichende Folgen. „Der Verwaltungsrat der Max-Planck-Gesellschaft hat entschieden, dass Prof. Logothetis bis zum Abschluss des Verfahrens keine Tierversuche durchführen oder anleiten wird“, teilte die Max-Planck-Gesellschaft mit. Der Geschäftsführende Direktor am Institut werde diese Aufgaben kommissarisch übernehmen.

Das Ermittlungsverfahren gegen weitere Beschuldigte wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wurde laut Staatsanwaltschaft eingestellt. Sie konnten nach Erkenntnis der Staatsanwaltschaft nicht über den Abbruch von Versuchen entscheiden.

Von RND/dpa

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