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Panorama Heute kocht der Roboter
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19:11 26.05.2018
Der Roboter kocht und wäscht ab, der Mensch muss nur noch essen: Wenn es nach der Firma Moley geht, wird das selberkochen bald überflüssig. Quelle: Moley Robotics
Berlin

Das Szenario ist bisher nur aus Science-Fiction-Filmen bekannt: Statt zu kochen, drückt man den Knopf einer Maschine. Nur wenige Minuten später piept es, und eine komplette, schmackhafte Mahlzeit wird serviert.

Selbstverständlich ist in dieser Zukunft nicht nur das Essen vollautomatisch zubereitet – auch der Abwasch funktioniert ohne menschliches Zutun. Die Maschine verschluckt Teller, Gabeln und Messer und gibt sie bei der nächsten Mahlzeit sauber wieder aus. Wen solche Visionen begeistern, der wird sich über die neuen Entwicklungen der Küchentechnologie freuen. Denn die sind von der Sci-Fi-Version gar nicht allzu weit entfernt.

Eingeleitet hatte den Trend die neue Generation der Multifunktions-Küchenmaschinen. Die heutigen Modelle, wie das des Marktführers Thermomix, können Lebensmittel nicht nur selbstständig zerkleinern, wiegen, mixen und kochen. Sie haben auch Rezepte auf Lager und leiten durch den Kochprozess, indem sie ansagen, welche Zutaten wann und in welcher Menge hinzugefügt werden sollen.

Wettkochen gegen die Automaten

Ein idiotensicheres Verfahren, das auch “guided cooking“ (also geführtes Kochen) genannt wird. In Fernsehshows treten bereits Sterneköche im Wettkochen gegen solche Maschinen an: Meist reichen die Küchenautomaten an deren Können zwar noch nicht heran. Doch bei einzelnen Gerichten schmeckten Blindverkoster keine Unterschiede.

Das “guided cooking“ könnte aber schon bald überholt sein: Der Hersteller Moley Robotics stellt derzeit auf Messen den Prototyp eines Kochroboters vor. Der hat Arme und Hände und fährt auf einer Schiene über der Küchenzeile entlang. Er soll Zutaten selbstständig erkennen, aus dem Regal angeln und Gerichte so komplett eigenständig zubereiten können.

“Angelernt“ hat den Roboter der britische Koch Tim Anderson. Seine Bewegungen in der Küche wurden mit Computertechnik erfasst und die Roboterarme so programmiert, dass sie diese nun imitieren.

Den Prototyp des Kochroboters hat Arme und Hände und fährt auf einer Schiene über der Küchenzeile entlang. Quelle: Ralph Whitehead

Per App soll man schon im Büro sein Abendessen bei der Roboterküche bestellen können – um dann zu Hause mit der warmen Mahlzeit empfangen zu werden. Noch ist die Erfindung nicht marktreif. Geht sie aber in Serie, will der Hersteller sie zum Preis von 15 000 Euro anbieten. Wird sie den Restaurantbesuch genau wie das Selberkochen eines Tages ersetzen?

“Bei uns in der Ausbildung spielt das Handwerk immer noch eine wichtige Rolle, weil alles darauf aufbaut“, sagt Christian Westerhoff. Er ist Mitglied im Verband der Köche Deutschlands und Küchenchef für Tagungen und Bankette im Atrium Hotel Mainz und war zudem Top-Ausbilder des Jahres 2017. Lehrlinge lernen bei ihm Schnitt- und Rührtechniken wie eh und je, obwohl vieles theoretisch längst die Maschinen übernehmen könnten.

“Ich möchte auch noch selbst bestimmen“

Moderne Hilfsmittel kommen aber auch in Westerhoffs Küche zum Einsatz. Küchenmaschinen seien eine große Hilfe bei Gerichten, die beim Erwärmen umgerührt werden müssen. “So muss man nicht immer danebenstehen. Wir setzen sie zum Beispiel ein, um Pürees oder Ansätze für Suppen zuzubereiten“, sagt er.

Auch Geräte wie die Kombidämpfer werden genutzt, die “intelligente“ Garprogramme beherrschen. Dabei geben Thermometer im Inneren eines Bratens Rückmeldung an den Ofen – der seine Temperatur entsprechend anpassen kann. Der Koch muss nur noch auswählen, bei welcher Kerntemperatur die Speisen garen müssen.

“Die modernen Geräte erleichtern uns schon die Arbeit“, sagt Westerhoff. Er überlege sich beim Kochen aber genau, welche Aufgaben er von den Maschinen erledigen lässt: “Ich möchte auch noch selbst bestimmen.“ Hält er es für möglich, dass die Roboterküche seinen Beruf überflüssig machen wird?

Gerührt, nicht geschüttelt: Für den Moley-Roboter-Herd wurden mit Computertechnik die Bewegungen des Kochs Tim Anderson erfasst. Quelle: Ralph Whitehead

In naher Zukunft kann Westerhoff sich das nicht vorstellen. Die Systeme seien noch nicht so weit ausgereift. Und selbst, wenn sich die Technik immer weiter verbessert: “Den Maschinen fehlt etwas, was nur menschliche Köche ihren Mahlzeiten geben können – die individuelle Note.“

Je stärker sich vollautomatische Prozesse durchsetzen, desto einheitlicher wird das Ergebnis schmecken. Wer bei seinem Nachbarn zum Essen eingeladen ist, bekommt dann geschmacklich immer öfter das Gleiche vorgesetzt wie zu Hause – weil es von den gleichen Maschinen zubereitet wurde. Zwei Restaurants hingegen werden sich unterscheiden.

Die Automatisierung des Kochens könne tendenziell zu einer “Standardisierung“ des Geschmacks führen – also dazu, dass die Menschen Abweichungen vom Üblichen nicht mehr zu schätzen wissen, fürchtet Westerhoff. Bereits heute seien manche Restaurantgäste, die von zu Hause vorgewürzte Fertiggerichte gewöhnt sind, von seiner frischen Küche ohne Geschmacksverstärker irritiert.

Komplettpaket samt Rezepten

Er fürchtet auch, dass der Bezug zu Essen und Lebensmitteln in der Roboterküche noch stärker verloren gehen könnte. Denn der Roboter wird wohl als Komplettpaket vermarktet: Man kauft einen Pool aus Rezepten. Zutaten und deren Lieferung sind im Preis inbegriffen. Anstatt selber im Laden die besten Produkte auszuwählen, werden diese vor die Haustür geliefert.

Zwar werben die Hersteller damit, dass der Roboter Gerichte frisch und gesund zubereitet. Da dieser aber bisher noch kein Gemüse schälen kann, werden vermutlich Convenience-Produkte, also vorbereitete und daher weniger frische Grundzutaten, verarbeitet.

Um den Beruf des Kochs nicht ersetzbar zu machen, komme es nicht zuletzt auch auf den Einzelnen an, glaubt Westerhoff. Er selbst liebe seinen Beruf – “und die Liebe, die ich da reinstecke, kann keine Maschine ersetzen. Ich glaube, dass es auch in Zukunft noch Gäste geben wird, die das zu schätzen wissen.“

Von Irene Habich

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