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Panorama Harte Nachricht für die Kumpel: Warten bis Weihnachten
Nachrichten Panorama Harte Nachricht für die Kumpel: Warten bis Weihnachten
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18:13 26.08.2010
Rohrpost ist zurzeit der einzige Kontakt zur Außenwelt für die verschütteten Bergleute in Chile.
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Santiago de Chile/São Paulo. Die 33 Männer wüssten mehr oder weniger Bescheid und hätten akzeptiert, dass sie nicht bis zum Nationalfeiertag am 18. September befreit werden könnten - aber noch vor Weihnachten, sagte Chiles Gesundheitsminister Jaime Mañalich. Einige Angehörige kündigten für diesen Donnerstag die ersten Klagen gegen den Besitzer der Mine in Nordchile und auch gegen die Behörden an. An der Befreiungsaktion für die Bergarbeiter ist inzwischen auch die US- Weltraumbehörde NASA beratend beteiligt.

Die Arbeiter nahmen die Nachricht über die lange Dauer der Rettungsaktion offenbar gefasst auf. Es sei aber nicht auszuschließen, dass nach der Euphorie, als am vorigen Sonntag ertmals ein Kontakt zu den Männern hergestellt werden konnte, nun eine Phase der Depression folge, sagte Chiles Gesundheitsminister Jaime Mañalich. Der Grubenrettungsexperte Wolfgang Roehl sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Die Zeit des Wartens wird sicher eine extreme Belastung darstellen.“

„Tag Eins“ der entscheidenden Etappe ist für Samstag geplant. Dann soll das Spezialbohrgerät „Strata 950“ beginnen, den Rettungstunnel in die Tiefe zu treiben. Der Bohrer gräbt sich Tag für Tag 8 bis 15 Meter tiefer ins Erdreich. Der entstehende Kanal ist etwa 40 Zentimeter breit und wird in einem zweiten Bohrgang auf 66 bis 70 Zentimeter erweitert. Dann sollen die Männer in einem Korb nach oben gezogen werden.

„In diese Rettungsbombe kann dann jeweils ein Verschütteter einsteigen und wird am Seil nach oben gezogen“, erklärte Roehl. „Wir besitzen selbst eine solche Rettungsbombe, die ist 1963 beim Grubenunglück von Lengede eingesetzt worden“, sagte Roehl, der in Clausthal-Zellerfeld im Harz die Hauptstelle für das deutsche Grubenrettungswesen leitet. Man müsse beim Einsteigen die Arme nach oben strecken, „und dann kommt selbst der korpulenteste Mann (...) in eine solche Rettungsbombe hinein.“

Am Mittwoch gab es eine erste Arbeitssitzung im Internet zwischen Experten der US-Weltraumbehörde NASA und chilenischen Behörden. Die erhoffen sich vor allem technische Ratschläge für die Ernährung und die Sauestoffversorgung der Kumpel. Die in 688 Meter Tiefe eingeschlossenen Arbeiter sind fast so unerreichbar wie Astronauten. Allerdings erhalten die Minenarbeiter inzwischen regelmäßig Spezialnahrung, Wasserrationen und vor allem Nachrichten von ihren Familien zugeschickt.

Einige Familien der eingeschlossenen Arbeiter kündigten Klagen gegen den Besitzer der Mine und auch gegen die Behörden an. Das Bergwerk San José in Copiapó war 2007 geschlossen, dann aber ein Jahr später wieder geöffnet worden. Die Angehörigen kritisieren, die Wiederinbetriebnahme der Mine sei trotz Sicherheitsmängel erfolgt. dpa

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