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Panorama Haiti: Über 150.000 Tote
Nachrichten Panorama Haiti: Über 150.000 Tote
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23:46 24.01.2010
Beten für die Toten: Nach Regierungsangaben fielen über 150.000 Haitianer dem Erdbeben zum Opfer.  Quelle: ap
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Port-au-Prince. Bei der Erdbebenkatastrophe in Haiti werden die schlimmsten Befürchtungen von der Wirklichkeit überholt. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg am Sonntag nach Regierungsangaben auf über 150.000. Die tatsächliche Zahl liegt aber noch weitaus höher, da darin weder die Opfer außerhalb der Hauptstadt noch die Toten, die von ihren Angehörigen verbrannt oder sofort beerdigt wurden, enthalten sind.

Die Suche nach Verschütteten ist inzwischen offiziell eingestellt worden, doch wie durch ein Wunder konnte am Wochenende noch ein Überlebender aus den Trümmern geborgen werden. Der 23-Jährige wurde am Samstag, elf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in dem Karibikstaat, in einem eingestürzten Lebensmittelladen gefunden. Im Krankenhaus berichtete Wismond Exantus, er habe sich bei dem Beben unter einen Tisch geflüchtet. In diesem engen Raum habe er auf dem Rücken liegend ausgeharrt und mit Hilfe von Cola, Bier und Keksen überlebt.

„Gott hat mich in seinen Armen geborgen“, sagte Exantus. „Er hat mir Kraft gegeben.“ Rettungskräfte werteten seine Geschichte als Ermutigung, die Suche nach Verschütteten fortzusetzen: „Das Leben hört nicht auf, wenn eine Regierung sagt: ’Hört auf’“, sagte ein Mitarbeiter eines französischen Rettungsteams. Die haitianische Regierung hatte zuvor erklärt, angesichts schwindender Hoffnung für die Verschütteten solle ab sofort die Versorgung der Überlebenden im Mittelpunkt der internationalen Hilfe stehen.

Seit dem Erdbeben am 12. Januar wurden nach Angaben der Vereinten Nationen rund 130 Verschüttete gerettet. Während die meisten Opfer in Massengräbern bestattet wurden, kamen am Samstag rund 2.000 Menschen zur Beerdigung des Erzbischofs von Port-au-Prince zusammen. Das Begräbnis von Monsignor Joseph Serge Miot war eine von wenigen Trauerfeiern seit der Katastrophe, viele Teilnehmer beweinten bei dieser Gelegenheit auch ihre getöteten eigenen Verwandten.

Die haitianische Handelskammer schätzt, dass sich der wirtschaftliche Schaden infolge des Bebens auf bis zu eine Milliarde Dollar belaufen könnte. Für zahlreiche Menschen geht es derweil immer noch ums blanke Überleben - auch für diejenigen, die keine äußeren Verletzungen davongetragen haben. Weil das Warenangebot knapp ist, schießen die Preise in die Höhe. Für einige Grundnahrungsmittel wie Reis oder Brot haben sie sich bereits verdoppelt oder gar verdreifacht. afp

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