Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Großrazzia gegen Liquid-Ecstasy-Händler
Nachrichten Panorama Großrazzia gegen Liquid-Ecstasy-Händler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:19 14.01.2010
Anzeige

Die Polizei ermittelt gegen 323 Verdächtige, wie sie am Donnerstag in München mitteilte. Die Durchsuchung am Mittwoch richtete sich gegen Händler und Konsumenten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Slowenien. Sie sei eine der größten Aktionen gegen die Verbreiter synthetischer Drogen in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen, hieß es.

Insgesamt durchsuchten 1.560 Polizeibeamte 350 Objekte. Mit 342 Durchsuchungen lag der Schwerpunkt in Deutschland, alle Bundesländer außer Bremen und dem Saarland waren betroffen. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Kaufmann aus dem fränkischen Landkreis Roth, der sich bereits seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft befindet. Er soll das GBL (Gamma-Butyrolacton) über das Internet verkauft haben.

Durchsuchungen in seinen Geschäftsräumen hätten Dokumente zutage gebracht, die einen Kundenstamm von 3.000 Personen offen legten, erklärte die Polizei. Auf diesen Daten beruhte die Razzia am Mittwoch.

Hohes Suchtrisiko


Wie der Leiter des Rauschgiftdezernats am Bayerischen Landeskriminalamt, Torsten Wittke, erklärte, handelt es sich bei GBL um eine Vorläufersubstanz von GHB (Gamma-Hydroxy-Buttersäure). „Es ist Teufelszeug, das stark unterschätzt wird“, sagte Wittke. Die Chemikalie komme legal vor allem als Wirkstoff in industriellen Reinigungsmitteln oder als Lösungsmittel in den Handel. In Deutschland würden 100.000 Tonnen pro Jahr produziert. Etwa ein Prozent davon finde den Weg zu Konsumenten, die an der berauschenden Wirkung interessiert seien.

Margit Zorn von der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth zufolge wirkt das GBL ähnlich wie Heroin. Die berauschende Wirkung setze mit Verzögerung ein. Nach nach ein bis zwei Minuten entstehe im Körper das GHB. Die möglichen Nebenwirkungen seien allerdings verheerend. Ein bis zwei Milliliter der Substanz lösten einen Rauschzustand aus. Bereits die Einnahme von drei bis vier Millilitern könnte jedoch zu komatösen Zuständen oder sogar zum Tode führen. Auch ohne Überdosis sei die Substanz hochgefährlich. „Bereits nach kurzer Zeit wird man abhängig“, sagte Zorn.

Die Gewinnmarge beim illegalen Handel von GBL ist enorm, wie Wittke erklärte: Einen industriellen 22,5-Liter-Kanister hätte der 31-Jährige Händler für 600 Euro beziehen können. In Nachtclubs zahlten Konsumenten rund zehn Euro für Ampullen mit 1,5 Millilitern Inhalt. Hochgerechnet auf den 22,5-Liter-Kanister ergeben sich so 150.000 Euro. apn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach vielen gefährlichen Rutschpartien für Autofahrer und Fußgänger kehrt bis Samstag in Deutschland ruhiges Winterwetter ohne Niederschlag ein.

14.01.2010

Nach langer Krankheit ist die frühere Fernsehmoderatorin Petra Schürmann im Alter von 74 Jahren gestorben.

14.01.2010

Nach dem Vorwurf von Tierschutzverstößen auf einer Geflügelfarm im Kreis Diepholz hat der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensgruppe Wiesenhof, Peter Wesjohann, Morddrohungen erhalten.

14.01.2010
Anzeige