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Panorama Göttingen: 2 Jahre Haft für bekifften Todesfahrer
Nachrichten Panorama Göttingen: 2 Jahre Haft für bekifften Todesfahrer
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15:25 26.08.2010
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Duderstadt. Erst kifft und trinkt er, dann setzt er sich ans Steuer und verursacht einen Unfall, bei dem zwei Schichtarbeiter sterben und eine Schwangere ihr Kind verliert: Für die Karambolage unter Alkohol- und Drogeneinfluss hat das Amtsgericht Duderstadt am Donnerstag einen 43-Jährigen zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach den Techniker der fahrlässigen Tötung in zwei und der fahrlässigen Körperverletzung in drei Fällen schuldig. Aus formalen Gründen nicht geahndet wurde der mitangeklagte Tod des Babys der schwangeren Frau, die bei dem Unfall verletzt wurde und eine Frühgeburt erlitt.

Der aus Bad Lauterberg am Harz stammende Autofahrer hatte vor Gericht zugegeben, am 1. Februar dieses Jahres auf der Bundesstraße 446 bei Ebergötzen im Landkreis Göttingen in den Gegenverkehr geraten zu sein und so einen Unfall mit drei beteiligten Autos verursacht zu haben.

In einem der Fahrzeuge starben zwei 29 und 47 Jahre alte Arbeitskollegen, die sich auf dem Weg von ihrem Heimatort bei Duderstadt zur Spätschicht in Göttingen befanden. Ein dritter Kollege erlitt schwerste Verletzungen. Er ist seither arbeitsunfähig.

Im zweiten Fahrzeug wurde ein junges Ehepaar aus Erfurt in Thüringen verletzt. Einige Tage später starb das Baby der Frau, das wegen der schweren Verletzungen der Mutter zu früh auf die Welt gekommen war. Unmittelbar vor dem Verkehrsunfall waren die angehenden Eltern beim Gynäkologen in Göttingen gewesen, der das Baby im Mutterleib untersucht und dabei eine gute Entwicklung festgestellt hatte.

Der Angeklagte hatte nach Überzeugung eines rechtsmedizinischen Gutachters noch wenige Stunden vor dem Unfall Haschisch oder Marihuana geraucht. Außerdem habe er bis zu 1,8 Promille Alkohol im Blut gehabt.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Rechtsvertreter der drei Verletzten. Sie hatten betont, in welches Unglück der bekiffte Fahrer mehrere Familien gestürzt habe.

Der Verteidiger hatte eine Freiheitsstrafe zur Bewährung gefordert. Sein Mandant sei nicht vorbestraft und habe keine Punkte in Flensburg. Der Anwalt kündigte Berufung an.

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