Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Giftiges deutsches U-Boot-Wrack vor Norwegens Küste soll zugedeckt werden
Nachrichten Panorama Giftiges deutsches U-Boot-Wrack vor Norwegens Küste soll zugedeckt werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:16 09.10.2018
Unterwasseraufnahme der norwegischen Küstenwache Kystverket des kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges gesunkenen deutschen U-Bootes U-864, das in 150 Meter Tiefe vor der Insel Fedje liegt (Archivfoto von 2005). Quelle: dpa
Oslo

Ein kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs vor Norwegens Küste versenktes deutsches U-Boot mit 67 Tonnen hochgiftigem Quecksilber an Bord soll zum Schutz von Meerestieren abgedeckt werden. Das hochgiftige Metall aus dem Innern des Wracks dringt aus undichten Kanistern und verseucht Wasser und Meeresboden. Die norwegische Regierung will für die Versiegelung des Wracks und rund 47 000 Quadratmeter Meeresboden im kommenden Jahr rund 3,5 Millionen Euro (30 Millionen norwegische Kronen) bereitstellen. Insgesamt soll das Projekt bis Ende 2020 zwischen rund 11,6 Millionen (110 Millionen Kronen) und 31,6 Millionen Euro (300 Millionen Kronen) kosten. Ein finaler Beschluss des Parlaments steht noch aus.

Anwohner und Umweltschützer haben große Bedenken

Anwohner und Umweltorganisationen halten das bloße Abdecken des Wracks allerdings für nicht ausreichend. Sie fordern im norwegischen Rundfunk NRK, dass das „U-864“ ausgehoben und das Quecksilber entfernt wird. Das hatten auch die damaligen Oppositions- und jetzt Regierungsparteien Høyre und Fremskrittspartiet versprochen. Mittlerweile sind aber auch sie für ein Abdecken des Wracks. Nach Angaben des Verkehrsministeriums hätten Untersuchungen ergeben, dass eine Bergung zu riskant sei.

Das im Februar 1945 von einem britischen U-Boot mit einem Torpedo versenkte und in zwei Teile gesprengte U-864 liegt in rund 150 Metern Tiefe vor der Insel Fedje an Norwegens Westküste, unweit der Hafenstadt Bergen. Es ist 88 Meter lang und 7,5 Meter breit. Das Quecksilber, das die U-864 an Bord hatte, sollte der Waffenproduktion dienen. Das Wrack wurde nach Hinweisen von Fischern und jahrelanger Suche 2003 durch ein Marineschiff entdeckt. Seither streiten Experten und Politiker um den Umgang mit dem Gift-Wrack.

Von RND/dpa