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Noch geschwächt: Ärzte glaubten nicht mehr daran, dass dieses Elefantenbaby lebt. Doch das Junge überzeugte sie eines Besseren.© afp

Tierwelt

Geburt von totgeglaubtem Elefantenbaby setzt Fachwelt in Erstaunen

Zum Erstaunen von Fachleuten und zur großen Freude der Pfleger ist im Zoo von Sydney ein bereits totgeglaubtes Elefantenbaby lebend zur Welt gekommen.

Sydney. Der Elefantenjunge, der falsch herum im Geburtskanal gelegen hatte, war nach der neuntägigen Geburt am Mittwoch geschwächt, versuchte aber zu trinken. Der deutsche Experte Thomas Hildebrandt sagte, nun müssten die bisherigen Kenntnisse über Elefantengeburten neu überdacht werden.

Weil das Elefantenbaby falsch herum im Geburtskanal gelegen hatte, hatte der Taronga-Zoo in Sydney den Berliner Elefantenzucht-Experten Hildebrandt zu Rate gezogen. Er äußerte am Montag die Befürchtung, dass das Elefantenbaby die Geburt nicht überleben werde. Alles andere wäre ein „Wunder“, hatte Hildebrandt gesagt.

Das „Wunder“ geschah und Elefantenmutter Porntip brachte am Morgen um 03.27 Uhr (Ortszeit) ihr erstes Baby lebend zur Welt, wie der Zoo mitteilte. Eine Geburt unter solchen Umständen sei nach Kenntnissen von Fachleuten bei Elefanten noch nie geglückt, erklärte Zoodirektor Cameron Kerr. Hildebrandt habe ihm gesagt, nach dieser Geburt seien „die Bücher über Elefanten völlig neu zu schreiben“.

Während des neuntägigen Geburtsprozesses konnten keine Herztöne bei dem Elefantenkalb festgestellt werden, so dass eine Totgeburt erwartet wurde. Fachleute vermuten nun, dass das Junge in einer Art Koma den schwierigen Geburtsprozess überlebte. „Dieser bewusstlose Zustand würde das vollständige Fehlen jeglicher Lebenszeichen während aller Untersuchungen erklären, die wir während der Geburt machten“, sagte Tierarzt Larry Vogelnest. Der Zoo erklärte, die folgenden 24 Stunden seien nun entscheidend dafür, ob das Elefantenkalb überlebe.

Das knapp 100 Kilogramm schwere Jungtier war geschwächt, aber es versuchte, an den Zitzen seiner Mutter zu saugen. Zunächst gelang ihm dies nicht, Porntip versuchte aber, ihrem Jungen beim Trinken zu helfen. Dies sei ein „Zeichen, dass sie eine hervorragende Mutter ist“, sagte Vogelnest. Außerdem taste sie das Kalb vorsichtig mit ihrem Rüssel ab, um es besser kennenzulernen. Auch andere Elefanten der Herde begrüßten den Neuankömmling. Ältere Weibchen sowie der acht Monate alte Elefantenjunge Luk Chai hätten den kleinen Neuen mit ihren Rüsseln berührt, erzählte Vogelnest.

Das neue Elefantenkalb war das zweite in Australien, das durch künstliche Befruchtung gezeugt wurde. Der Taronga-Zoo hatte seine Elefantenherde 2006 aus Thailand nach Sydney geholt. afp


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