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Panorama Gebirgsjäger mussten rohe Leber essen
Nachrichten Panorama Gebirgsjäger mussten rohe Leber essen
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17:05 09.02.2010
Soldaten der Gebirgsjäger im Fels bei Berchtesgaden. Quelle: ap
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Berlin. Soldaten mussten demnach bis zum Erbrechen Alkohol trinken und rohe Schweineleber essen, um in einer internen Hierarchie aufzusteigen. Dies schreibt Robbe in einem Brief an den Verteidigungsausschuss.

Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über den Missstand in der bayerischen Truppe mit Standort nahe der österreichischen Grenze berichtet. Robbe sagte dem Blatt, es gehe um eine „Angelegenheit von offenbar größerer Dimension“, der mit Nachdruck und Priorität nachgegangen werden müsse.

Die Beschwerde ging Ende Januar bei Robbe ein und stammt von einem ehemaligen Wehrpflichtigen. Demnach existiert bei den Gebirgsjägern des Bataillons 233 unter den Mannschaftsdienstgraden schon seit den 80er Jahren eine interne Hierarchie, genannt „der Hochzugkult“. In diesem sei man zunächst drei Monate „Fux“ und müsse für die „Cheflage“ spülen und putzen. Aufsteigen könne man nur, wenn man verschiedene Aufnahmerituale bestehe.

So musste sich der Soldat im Sommer 2009 zwei Tage lang außerhalb der Dienstzeit anstrengenden Prüfungen stellen und dabei große Mengen Alkohol trinken. Dabei würden Soldaten auch gezwungen, rohe Schweineleber und Rollmöpse mit Frischhefe zu essen. Die Frischhefe bewirke, dass sich die Betroffenen innerhalb kürzester Zeit heftig übergeben mussten. Auch seien Soldaten gezwungen worden, sich vor Kletterübungen vor den versammelten Kameraden zu entkleiden.

Die Vorgesetzen waren laut der Beschwerde über alles informiert, schritten aber nicht ein. Robbe schreibt an den Ausschuss, erste Informationen des zuständigen Divisionskommandeurs hätten die Eingabe des Soldaten „im Wesentlichen“ bestätigt. Die Rituale hätten sich offenbar über die Jahre herausgebildet und immer weiter gesteigert.

In seiner Mitteilung an den Verteidigungsausschuss spricht Robbe von Aufgaben, die zum Teil „als erniedrigend und herabwürdigend“ anzusehen seien. Auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wurde inzwischen informiert, wie Robbe schrieb. apn

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