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Panorama Gartenrotschwanz ist der "Vogel des Jahres 2011"
Nachrichten Panorama Gartenrotschwanz ist der "Vogel des Jahres 2011"
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13:44 08.10.2010
Nur noch 150.000 Brutpaare: der kecke Gartenrotschwanz Quelle: dpa


Berlin (dpa) - Der kecke Gartenrotschwanz ist „Vogel des Jahres 2011“. Nach dem umstrittenen Fischfresser Kormoran ist damit wieder einmal ein bunter Sänger und „harmloser Vogel“ ausgewählt worden. Der Naturschutzbund Deutschland und der bayerische Landesbund für Vogelschutz begründeten die Kür am Freitag in Berlin mit verstärkten Bemühungen zum Schutz des bedrohten Singvogels. Der Bestand in Deutschland wird nur noch auf etwa 150 000 Brutpaare geschätzt, 1980 waren es noch rund 450 000. Im Sommer finden sie immer weniger Lebensraum in Gärten und Baumhöhlen. Auf ihren Zugwegen nach Zentralafrika werden sie Opfer von Vogeljagden und Dürreperioden.

„Wir wollen deshalb auf die Gefährdung dieses farbenprächtigen Vogels aufmerksam machen und zeigen, dass oftmals schon mit einfachen Mitteln neue Lebensräume wie Streuobstwiesen geschaffen werden können“, sagte Nabu-Vizepräsident Helmut Opitz. Sterile Rasenflächen, fremdländische Gehölze und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln engen seine Verbreitung ein. Die Bestände des Gartenrotschwanzes (Phoenicurus phoenicurus) sind tatsächlich so sehr dezimiert worden, dass sein Name eigentlich täuscht. In Gärten ist er nur noch selten zu entdecken.

Dabei fällt er sogleich auf mit seinem feuerroten Schwanz und der orangefarbenen Brust. Wie bei einer Modenschau läge er auch bei einem Sängerwettstreit ganz vorn: Im frühen Morgengrauen stimmt er als einer der ersten das Vogelkonzert an. Sein langgezogenes „huiiit“ zum Auftakt seines Liedprogramms kann er bestens variieren, dann lässt er ein typisches Schnalzgeräusch mit „tick-tick-tick“ folgen. Sein Gesang ist sehr melodisch, Vogelkenner sagen aber auch, es klinge etwas melancholisch und getragen. Nur die Männchen singen und beschränken sich gleich wieder, wenn das Weibchen betört ist und sie erhört hat.

Bei der Futtersuche ist der Gartenrotschwanz unermüdlich. Bis zu 18 Stunden täglich ist er auf Insektenjagd für seinen Nachwuchs. Auf der Speisekarte stehen Hautflügler, Schmetterlinge und Raupen und kleine Insekten aller Art. Nicht nur bei der Nahrungssuche, auch auf seinen Zugwegen ist der Sommervogel in seiner Kondition top. Bis zu 8000 Kilometer fliegen die Tiere auf ihrem Weg in die Winterquartiere in Zentralafrika. Sie fliegen nicht in Schwärmen, sondern einzeln und ausschließlich nachts, über die Alpen, das Mittelmeer und die Sahara in die Trockensavannen Afrikas.

(Hans-Rüdiger Bein, dpa)

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