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Panorama Fünf neue Brände auf Sylt - Verdächtiger festgenommen
Nachrichten Panorama Fünf neue Brände auf Sylt - Verdächtiger festgenommen
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18:16 21.08.2010
Eine Polizeibeamtin steht am Samstagmorgen vor einem abgebrannten Gartenschuppen in Westerland auf Sylt. Quelle: dpa
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WESTERLAND. Vorsichtiges Aufatmen auf Sylt: Nach einer erneuten Brandserie auf der Insel in der Nacht zum Samstag haben Polizeibeamte frühmorgens gegen 02.30 Uhr zugegriffen. Ist der in der Nähe eines Tatorts festgenommene 46-Jährige ein Inselbewohner oder ein Urlauber? Gehen alle 17 Brände seit dem 11. August auf sein Konto - oder vielleicht doch nur die aus der vergangenen Nacht? Die Polizei hüllt sich in Schweigen, auch aus ermittlungstaktischen Gründen.

„Ich bin erleichtert“, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt, Petra Reiber. „Hundert Prozent sicher fühle ich mich aber noch nicht.“ Falls sich herausstellen sollte, dass der Mann alle Brände gelegt hat, wäre sie froh: „Weil man dann endlich Ruhe hat.“ Doch für eine Entwarnung sei es noch viel zu früh. „Ich rate den Bürgern, weiterhin wachsam zu sein und die Sicherheitsempfehlungen der Polizei zu befolgen“, sagte Reiber.

Die Kripobeamten sind sich bislang nur sicher, dem 46-Jährigen die Brandstiftungen aus der Nacht beweisen zu können. Die Feuerwehren der Insel wurden in den vergangenen Tagen unter anderem zu einem Hotel, zur Volkshochschule „Akademie am Meer“ sowie mehrfach zu einem Pflegeheim gerufen. Sie mussten mehr als 400 Menschen vor Flammen und Rauch in Sicherheit bringen. Bislang wurden sieben Menschen verletzt.

Dass der mutmaßliche Täter mit seinem Zündeln in der Nacht zum Samstag nicht Schlimmeres verursachte, ist einem Schüler aus dem Rheinland zu verdanken: Andreas Reuß macht zurzeit mit seinen Eltern Karin und Stephan Urlaub auf der Insel und ist der Held der Feuernacht. Der 13-Jährige hockte noch um 0.230 Uhr vor dem Fernseher, als er plötzlich Rauch in dem Reetdachhaus roch.

Zuhause im nordrhein-westfälischen Alfter bei Bonn verbringt der Junge seine Freizeit am liebsten bei der Jugendfeuerwehr. Dort übt er jeden zweiten Mittwoch mit einem Dutzend Freunden, wie man sich bei Feuer verhält. Er wusste, was zu tun ist: Ohne Zögern rannte er los, um seine Eltern und die anderen Hausbewohner zu wecken, alle konnten sich rechtzeitig und unverletzt in Sicherheit bringen.

„Mit seiner Geistesgegenwart hat er sich, seinen Eltern und den anderen Bewohnern das Leben gerettet“, lobte Nordfrieslands Kreisbrandmeister Christian Albertsen den 13-Jährigen: Ein Reetdach zu löschen sei nämlich sehr schwierig. Ohne die schnelle Reaktion des Jungen wäre das Haus niedergebrannt, ist sich Albertsen sicher: „Das war schon klasse.“

Letztendlich konnte durch das schnelle Reagieren des Jungen auch noch der Brandstifter gestellt werden, bevor er erneut zuschlagen konnte. Als bei der Feuerwehr um 2:30 Uhr der Alarm einging, war der 46-Jährige erst wenige Meter vom Tatort entfernt. Ganz kurz versuchte er wegzulaufen, aber die Beamten waren schneller. Er gab dann sofort auf und ließ sich widerstandslos festnehmen. (dpa)

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