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Panorama Fünf Tote in Unna – es war ein technischer Defekt
Nachrichten Panorama Fünf Tote in Unna – es war ein technischer Defekt
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22:56 26.12.2009
Am Tag nach der Katastrophe: Bestatter schieben einen Sarg in ihren Wagen. Quelle: ddp
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Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstag in Unna mitteilten, war vermutlich ein technischer Defekt in einem elektronischen Gerät die Ursache für das Feuer. Hinweise für einen Brandanschlag oder einen leichtfertigen Umgang mit Feuer in dem Gebäude gebe es nicht. Man gehe von einem „tragischen Unglück“ aus, sagte ein Polizeisprecher.

Die Identität der fünf Toten steht mittlerweile ebenfalls fest. Den Angaben zufolge starben die 52-jährige Ehefrau sowie die beiden 19 und 25 Jahre alten Söhne des 56-Jährigen, der bei dem Brand schwer verletzt wurde. Zudem wurden der 83 Jahre alte Schwiegervater des Mannes sowie ein 47-jähriger Schwager getötet, der aus Köln zu Besuch war.

Kritisch ist den Angaben zufolge nach wie vor der Gesundheitszustand der 78 Jahre alten Schwiegermutter. Der 56-jährige Familienvater konnte am Samstag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Er kam bei Familienangehörigen unter und wird von einem Notfallseelsorger betreut.

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein älteres Einfamilienhaus einer früheren Zechensiedlung, das durch mehrere Anbauten erweitert worden war. Dort waren sechs Personen gemeldet. Offenbar hatte der gerettete 56-Jährige den Brand noch selbst bemerkt und über Mobiltelefon einen Notruf abgesetzt. Fast gleichzeitig gingen bei der Feuerwehr mehrere Notrufe ein, weil Nachbarn Flammen aus den Fenstern des Hauses hatten schlagen sehen.

Mindestens zwei der Toten starben nach bisherigen Erkenntnissen an einer Rauchgasvergiftung. Die Obduktion der Leichen in der Rechtsmedizin Dortmund dauert noch an. Die Opfer wurden laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund in den Räumen der Wohnung entdeckt. Nach etwa zwei Stunden war der Brand weitgehend unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten aber noch bis in den Freitagnachmittag an.

Da das Haus einsturzgefährdet war, musste das Gebäude von Einsatzkräften des Technischen Hilfswerkes abgesichert werden. Mit Leichenspürhunden wurde nach weiteren Toten gesucht. Nachdem diese Suche ohne Ergebnis verlaufen war, wurde sie am Freitagabend eingestellt. Derzeit ist das Gebäude noch gesperrt.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zeigte sich „tief betroffen angesichts des schrecklichen Unglücks“ und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Auch Innenminister Ingo Wolf (FDP) äußerte sich bei einem Besuch der Brandstelle erschüttert: „Das Fest der Liebe hat für eine Familie ein schreckliches Ende genommen.“ Die Stadt Unna ordnete für den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag Trauerbeflaggung am Rathaus an. ddp

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