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Infektionsstation der Universitätsklinik Ulm, die Erfahrung mit der Behandlung von Legionellen-Infektionen hat.

Infektionsstation der Universitätsklinik Ulm, die Erfahrung mit der Behandlung von Legionellen-Infektionen hat. © Stefan Puchner/Archiv

Gesundheit

Experte fürchtet wachsende Gefahr durch Legionellen

Weniger Legionellen-Kontrollen und dafür deutlich mehr Verantwortung der Vermieter - das besagt die neu geregelte Trinkwasserverordnung. Das entlastet zwar Gesundheitsämter und Hausbesitzer, birgt aber einem Experten zufolge auch Gesundheitsgefahren.

Lohr am Main. Trinkwasseranlagen in Mietshäusern müssen künftig deutlich weniger häufig auf Legionellenbefall kontrolliert werden als bislang üblich. Statt der jährlichen Prüfung sollen Vermieter nun nur noch alle drei Jahre die Anlage auf diese gefährlichen Bakterien hin testen lassen. Aber sie müssen sich - wie beim Auto-Tüv - selbst darum kümmern, dass Proben aus den Anlagen genommen werden.

"Das ist ein wichtiges Zugeständnis an die Vermieter, und es entlastet sowohl die Hausbesitzer als auch die Hygieneinspektoren der Gesundheitsämter", sagte der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Bayerischen Hygieneinspektoren, Dirk Rieb, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Lohr am Main. Seiner Meinung nach birgt es aber auch Gefahren, wenn allzu nachlässig gehandelt oder kontaminiertes Trinkwasser verschwiegen werde.

Bis Ende 2012 mussten alle Trinkwasserspeicher von vermieteten Mehrfamilienhäusern mit mehr als 400 Litern oder Wasserrohren mit einem Volumen von mehr als drei Litern beim Gesundheitsamt gemeldet werden. Außerdem wollten die Ämter alle Probenergebnisse. Diese Anzeigepflicht fällt nun weg, und es müssen nur noch Fälle gemeldet werden, die einen bestimmten Messwert überschreiten. Das heißt: Die Behörden müssen sich auf die Vermieter verlassen. "Es gibt aber leider auch immer wieder schwarze Schafe, die sagen, "mich erwischt sowieso keiner"", sagte Rieb weiter.

Damit werde jedoch die Gesundheit der Mieter grob fahrlässig gefährdet. "Das ist keine kleine Ordnungswidrigkeit. Das geht klar vor Gericht", sagte Hygieneinspektor Rieb. Wer aufgrund des verseuchten Leitungswassers Legionellose bekommt, kann bei einem schwachen Immunsystem sogar sterben. Deutschlandweit registrierte das Robert Koch-Institut im vergangenen Jahr 649 Menschen mit Legionellose, die oft mit Schmerzen im Brustkorb, Fieber und Schüttelfrost beginnt und zu einer Lungenentzündung führen kann. Die Dunkelziffer liegt Rieb zufolge aber deutlich höher.

Für privat genutzte Ein-und Zweifamilienhäuser gilt die Verordnung übrigens nicht - egal wie groß der Trinkwasserspeicher ist. "Dort ist jeder für sich selbst verantwortlich. Es schadet jedoch nicht, wenn man das auch dort mal prüfen lässt", so der Fachmann. Er empfiehlt zudem, den Warmwasserkessel nie auf Temperaturen von unter 65 Grad Celsius einzustellen. "Das machen viele aus Öko-Gründen, doch das wäre eine ideale Brutstätte für Legionellen. Die lieben solche Temperaturen."

dpa


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