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Panorama Europäer sagen Haiti 400 Millionen Euro Hilfe zu
Nachrichten Panorama Europäer sagen Haiti 400 Millionen Euro Hilfe zu
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19:03 18.01.2010
Einsatz rund um die Uhr: Helfer graben nach Verschütteten Quelle: ap
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Die EU-Kommission kündigte am Montag die Bereitstellung von 330 Millionen Euro aus dem Gemeinschaftshaushalt an, weitere 92 Millionen Euro seien von den einzelnen Mitgliedstaaten zugesagt worden. Zudem sollten rund 150 europäische Polizisten in den Karibikstaat entsandt werden. In Haiti kommt es immer häufiger zu Plünderungen und Gewalt.

Die Polizei setzte in der Nähe des Präsidentenpalastes Tränengas ein und fuhr mit Lastwagen in eine Menschenmenge, um Plünderer auseinanderzutreiben. Neben Lebensmitteln war auch Zahnpasta heiß begehrt. Die Haitianer schmieren sie sich unter die Nase, um den Gestank der auf den Straßen verwesenden Leichen zu übertünchen.

Im Stadtteil Delmas sammelte sich am Sonntag eine Menschenmenge an den Leichen von zwei mutmaßlichen Plünderern, die von aufgebrachten Einwohner erschlagen worden waren. Vermummte junge Männer zogen mit Macheten durch die Stadtviertel. Ein Polizist sagte, es gebe die Anordnung, nur im Notfall auf Menschen zu schießen. „Wir sind zu wenig, und diese Leute sind zu verzweifelt.“ Der Leiter der UN-Friedensmissionen, Alain Le Roy, kündigte an, er werde im Sicherheitsrat beantragen, die Mission mit derzeit 7.000 Soldaten und 2.100 internationalen Polizisten vorübergehend aufzustocken.

Noch 16 Deutsche vermisst


16 Deutsche wurden am Montag noch im Katastrophengebiet vermisst. Bislang wurde ein deutsches Todesopfer bestätigt.

Die deutsche Hilfe für die Erdbebenopfer wird derweil intensiviert: So schickt das DRK ein mobiles Krankenhaus mit 120 Betten ins Katastrophengebiet. Das ZDF und „Ein Herz für Kinder“ veranstalten am Dienstagabend eine Spendengala. Die Mediengruppe RTL erklärte, bei einer am Donnerstag gestarteten Hilfsaktion sei mehr als eine halbe Million Euro zusammengekommen.

Rettung nach fünf Tagen


Knapp eine Woche nach dem Beben schwindet die Hoffnung, in den Ruinen der zerstörten haitianischen Städte noch Überlebende zu finden. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit der Katastrophe vom vergangenen Dienstag rund 70 Verschüttete gerettet.

Am Sonntagabend gelang es Rettungskräften, aus den Trümmern eines Supermarkts zwei Überlebende zu bergen. Der 30 Jahre alte Mann und die 40-jährige Frau konnten sich von Lebensmitteln des eingestürzten Ladens ernähren.

Unter den Trümmern eines eingestürzten Hotels entdeckten Helfer mit Suchhunden ein 16 Jahre altes Mädchen und bargen es. Auch auf dem Gelände des zerstörten UN-Hauptquartiers in der haitianischen Hauptstadt wurde am Sonntag ein Mitarbeiter aus den Trümmern gerettet. Mindestens 39 seiner Kolleginnen und Kollegen kamen dort aber ums Leben - darunter auch der Chef der UN-Mission, Hedi Annabi.

Mehr UN-Blauhelme und US-Marineinfanteristen


Nach scharfer Kritik an der schleppenden Verteilung der Hilfsgüter erklärte das Welternährungsprogramm (WFP) am Montag, es sei nun klargestellt, dass Flugzeuge mit Medikamenten oder Nahrungsmitteln am überlasteten Flughafen von Port-au-Prince zuerst landen dürften. Dies sei mit den US-Soldaten vereinbart worden, die den Flughafen kontrollieren, sagte WFP-Direktorin Josette Sheeran in Rom.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Vortag erklärt, das WFP wolle binnen zwei Wochen einer Million Menschen Nahrung zur Verfügung stellen. Die Zahl solle in einem Monat verdoppelt werden.

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