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Panorama Ermittlungen nach Busunglück
Nachrichten Panorama Ermittlungen nach Busunglück
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13:43 27.09.2010
Angehörige der Opfer des Busunglücks fahren vor der Unfallklinik in Königs Wusterhausen vor, um ihre verletzten Verwandten zu besuchen. Quelle: dpa

Rangsdorf. Die Ermittlungen nach der Bus-Tragödie am Schönefelder Kreuz mit 13 Toten laufen auf Hochtouren. Eine deutsch-polnische Ermittlungsgruppe forscht nach der Unfallursache, die Landesregierung bildete eine Arbeitsgruppe. Die Staatsanwaltschaft in Potsdam ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, wie Sprecher Ralf Roggenbuck am Montag mitteilte. Der Wagen der 37 Jahre alten mutmaßlichen Unfallverursacherin sei sichergestellt worden. Auch der Zustand des Busses werde genau untersucht.

Ein Todesopfer konnte bislang identifiziert werden, wie ein Polizeisprecher sagte. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, blieb zunächst offen. Es sei die einzige der 13 Leichen, bei der ein Personaldokument entdeckt wurde. Die Identifizierung der übrigen zwölf Toten laufe. „Einige sind so schwer verletzt, dass sich eine Identifizierung schwierig gestaltet“, sagte der Sprecher. Das Gleiche gelte für die Ermittlungsarbeiten.

Am Montagmorgen trafen laut Polizei 120 Angehörige aus Polen in Königs Wusterhausen ein, um etwas über das Schicksal ihrer Verwandten zu erfahren. Sie wurden von Notfallseelsorgern und Mitarbeitern der polnischen Botschaft betreut. Gleich nach ihrer Ankunft wurden sie gegen den Medienansturm abgeschirmt. Sechs Leichtverletzte konnten inzwischen in ihre Heimat zurückkehren. Drei sehr schwer Verletzte liegen nach Angaben der polnischen Gesundheitsministerin Ewa Kopacz noch im künstlichen Koma. Andere wiederum seien außer Lebensgefahr. Am Sonntag wurden insgesamt 38 Menschen zum Teil schwer verletzt.

Ob die Insassen im Bus die Sicherheitsgurte angelegt hatten, blieb auch am Montag offen. Transportfirmen in Polen sind erst seit 2007 verpflichtet, ihre Busse mit Gurten auszurüsten. Ältere Fahrzeuge können, aber müssen nicht solche Gurte anbringen. Das Unternehmen des Unglücksbusses wollte die Frage, ob der Bus Gurte hatte, bislang nicht beantworten. Auch die Inspektion, die die Busse der Firma kontrolliert hat, konnte keine Antwort geben.

Polens Regierungschef Donald Tusk, der am Sonntagabend nach dem Unglück nach Deutschland gereist war, ist inzwischen wieder nach Warschau zurückgekehrt. Tusk hatte gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Verletzte in einer Klinik besucht. Ob die Botschaft ein Kondolenzbuch auslegt, wurde zunächst nicht bekannt.

In der Woiwodschaft Westpommern, aus der die Opfer kamen, wurde für Dienstag eintätige Trauer ausgerufen. Eine Frau aus dem verunglückten Bus schilderte dem polnischen Fernsehsender TVN24 beklemmende Eindrücke von der Katastrophe: „Es gab einen großen Knall, ich hörte Schreie der Menschen. Alle riefen nach Hilfe. Eine Frau, mit der ich mich angefreundet habe, bat mich, zu schauen, ob ihr Mann noch lebt“. dpa

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