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Panorama Ein Mainzer Säugling ringt weiter mit dem Tod
Nachrichten Panorama Ein Mainzer Säugling ringt weiter mit dem Tod
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10:50 23.08.2010
Im Mainzer Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin ringen weitere Säuglinge mit dem Tod. Quelle: dpa

Mainz. „Ich befürchte, dass es stirbt, es war ohnehin schon sehr schwach“, sagte Professor Norbert Pfeiffer, Medizinischer Vorstand der Universitätsklinik Mainz. Bei den übrigen Kindern habe sich der Zustand dagegen stabilisiert. Die Klinik setzte am Montag die Suche nach der Quelle der Verschmutzung fort. Die Staatsanwaltschaft Mainz leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Es gehe um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth in Mainz. Insgesamt hatten elf Kinder am Wochenende mit Darmbakterien verunreinigte Flüssignahrung erhalten. Zwei waren am Samstag gestorben. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein.

Das Klinikum habe Materialen und Vorgänge genauestens untersucht, sagte der Medizinische Vorstand Pfeiffer. Es dauere aber mindestens einen Tag, bis die Tests ein Bakterienwachstum anzeigen könnten. „Das lässt sich nicht beschleunigen“, sagte Pfeiffer dem Hessischen Rundfunk. Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz, sagte im ZDF, über personelle Konsequenzen könne erst entschieden werden, wenn klar sei, ob die verschmutzte Lösung aus der Klinik oder „von draußen“ kam.

Nach Angaben Pfeiffers wurde die Herstellung der Flüssignahrung sofort nach Bekanntwerden der Verunreinigung komplett umgestellt. So würden Produkte anderer Hersteller, andere Bestecke und andere Mischverfahren verwendet, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Nährlösung wird aus neun Komponenten externer Hersteller in der Apotheke der Universitätsmedizin für jeden Patienten individuell hergestellt.

Pfeiffer rechnete damit, dass im Laufe des Tages nähere Erkenntnisse über das Bakterium in der Nährlösung vorliegen. Im Laufe des Montags wurden zudem die Ergebnisse der Obduktion der beiden toten Säuglinge erwartet. Der Krisenstab der Klinik sollte am Vormittag tagen, sagte eine Sprecherin. Polizei und Staatsanwaltschaft Mainz wollten um 11.00 Uhr bei einer Pressekonferenz Näheres mitteilen.

dpa

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