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Panorama „Eiersmieten“ und Küken-Schau - Norddeutschlands Osterbräuche
Nachrichten Panorama „Eiersmieten“ und Küken-Schau - Norddeutschlands Osterbräuche
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11:34 29.03.2018
Größtes Osternest der Welt: Im Emsland schmückt es den Vorplatz des Rathauses der Samtgemeinde Lathen. Quelle: Villegas
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Bremen - 

Das größte Osternest der Welt steht vermutlich im Emsland. Mit 254,919 Quadratmetern und über 7000 Pflanzen thront es auf dem kreisrunden Vorplatz des Rathauses der Samtgemeinde Lathen. Begrenzt wird das Beet mit einem Durchmesser von 18 Metern durch goldene Strohballen; in der Mitte stehen drei große Eier.

Sie wurden von den ortsansässigen Schulen bemalt. Die Idee zum Nest kam den Lathenern, als sie eine Attraktion für ihren Ostermarkt schaffen wollten. „Bis jetzt war das ein großer Spaß für uns“, sagt Matthias Gehrs, der Geschäftsführer der Marketing- und Tourismusgenossenschaft Lathen. Der derzeitige Rekord liegt noch in Lauingen an der Donau, aber die Überprüfung des Nests im Emsland auf einen Weltrekord sei schon beantragt. Ob das Nest die nächsten Jahre ebenfalls die Stadt verschönern soll, ist aber noch nicht geklärt.

Zeigt Größe: Matthias Gehrs, Geschäftsführer der Marketing- und Tourismusgenossenschaft Lathen, steht zwischen den Eiern. Sie sind der Mittelpunkt des größten Osternests der Welt. Quelle: Villegas

Die ostfriesischen Osterbräuche sind in ganz Norddeutschland bekannt. So sind kleinere Traditionen und Wettkämpfe rund ums Ei wie das „Eiertrüllen“, das „Eiersmieten“, das „Nötenscheten“ und das „Eierbicken“ bis heute sehr verbreitet. Ein Beispiel: die Stadt Leer. Am „eiertrulleden Maandag“, also Ostermontag, spazieren dort schon seit Jahrhunderten 200 bis 300 Besucher singend zum Plytenberg, dem höchsten Hügel Ostfrieslands. „Dort werden die Eier einen Hang hinuntergerollt und unten von Kindern aufgefangen“, sagt Burghardt Sonneburg vom Heimatmuseum Leer. 

Das „Eiersmieten“ ist eine Art „Ostereiweitwurfdisziplin“, bei der Eier mit einem Strumpf geworfen werden. Das Ei muss nicht nur weit fliegen, sondern auch möglichst unbeschadet landen. Je heiler es ist, desto besser schneidet ein Teilnehmer ab. Auch beim „Eierbicken“ soll das Ei nicht kaputt gehen. Hier werden zwei Eier mit der spitzen Seite gegeneinander geschlagen.

Das „Eierlaufen“ gehöre ebenfalls zu den Leerer Traditionen. In anderen ostfriesischen Gemeinden wird zudem noch das „Nötenscheten“ gespielt. Ein Spiel, bei dem mit einer Metallkugel nach Nüssen in einem Sandkreis geworfen wird. Doch auch in Ostfriesland müssten die Bräuche sorgfältig am Leben erhalten werden. „So wurde auch bei uns der Brauch des „Eiertrüllens“, der ursprünglich vermutlich aus dem Frühmittelalter stammt, 2011 wiederbelebt“, sagt Sonneburg.

Lebendige und frisch geschlüpfte Osterküken sind seit 22 Jahren jedes Jahr Braunschweigs Osterattraktion. Bei der Osterküken-Ausstellung werden jedes Jahr im Staatlichen Naturhistorischen Museum die Eier unterschiedlicher Hühnerarten ausgebrütet und die Tiere beim Schlüpfen und Wachsen beobachtet. Seit drei Jahren ist das Spektakel für Besucher hinter Glasscheiben in sogenannten Schaubrütern mit anzusehen.

In diesem Jahr schlüpfen die kleinen Hühnerküken wahrscheinlich am Montag und bleiben für zwei Wochen im Braunschweiger Landesmuseum. Dort können Kinder die Küken in einem Glasgehege betrachten und unter Aufsicht streicheln. Begleitet wird die Küken-Schau von einer Hühnerzuchtausstellung.

Das größte Osternest der Welt

Wer denkt, Christen hätten an Ostern nichts zu Lachen, wird am Ostersonntag in einer kleinen evangelischen Kirche in Bremen eines Besseren belehrt. Beim Osterlachen erzählt Pastor Jörg Mosig Witze in der Predigt. Dabei stützt er sich auf einen alten Kirchenbrauch, den er selbst an den Unis in Oxford und Durham kennenlernte und mit nach Bremen brachte.

Im Ostersonntags-Gottesdienst legt er natürlich auch das Evangelium aus und bezieht sich dabei auf eine Stelle aus dem Lukas-Evangelium: „Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen.“ Martin Luther sei übrigens kein Freund des Osterlachens gewesen. Der „heilige Ernst“ habe ihm dabei gefehlt.

Schon seit Wochen gibt es für Osterfans im ganzen Norden viele verschiedene Osterdevotionalien zu kaufen - Eier in allen Größen und Farben, aus Plastik und Schokolade oder als Backware und natürlich als ausgeblasenes Natur-Ei. Auch an Osterhasen in allen Varianten mangelt es nicht. Ein Ostern-Topverkaufsschlager ist jedes Jahr aufs Neue das Produkt mit dem Namen „Haseneierwärmer“ für 2,95 Euro, der aber eigentlich nicht als Outdoor-Ausstattung für Hasen gedacht ist, sondern eher als Warmhalter fürs Frühstücksei. „Ein absoluter Renner“, so die Mitarbeiterin eines Bremer Verkaufsshops.

Von dpa

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