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Panorama Drogen: George Michael droht Haftstrafe
Nachrichten Panorama Drogen: George Michael droht Haftstrafe
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14:25 11.09.2010

Rund 100 Millionen Platten hat George Michael als Solokünstler und einstiger Wham!-Sänger verkauft. Er landete Welthits wie „Careless Whisper“, „Freedom“ oder „Fast Love“. In den vergangenen vier Jahren waren es aber vor allem die Drogenvergehen, mit denen der Grammy-Gewinner Schlagzeilen machte. Die britische Boulevardpresse wartete regelrecht auf den nächsten Vorfall: Zwei Paparazzi seien deshalb ständig vor seiner Tür abgestellt, berichtete der Künstler im Dezember 2009 der Zeitung „Guardian“.

Der jüngste Skandal ereignete sich in diesem Sommer. Am frühen Morgen des 4. Juli rauschte George Michael, der mit bürgerlichem Namen Georgios Kyriacos Panayiotou heißt, mit seinem Wagen in London gegen die Front eines Foto-Geschäfts. Der Sänger wurde vorübergehend festgenommen. Einen ersten Gerichtstermin gab es Ende August. Das Medieninteresse war gewaltig: Rund 40 Fotografen und Kameramänner empfingen den Star. Nur mit Sicherheitspersonal konnte er sich seinen Weg zum Gerichtsgebäude bahnen. Dort bekannte er sich dann schuldig, unter Drogeneinfluss gefahren und im Besitz von Cannabis gewesen zu sein. Der Richter betonte laut BBC, dass eine Gefängnisstrafe möglich sei.

Der Popstar wandte sich kurz darauf in einem offenen Brief an seine Fans. „Ich bin mir dem Ernst meiner Lage absolut bewusst, und ich entschuldige mich dafür“, sagte er und gab preis, dass er sich unmittelbar nach dem Unfall für 14 Tage in eine Entzugsklinik begeben hatte und seine Drogentherapie auch noch fortführe. „Die persönlichen Probleme, mit denen ich fertigwerden musste, waren offensichtlich zu groß für mich, und es tut mir leid, dass mein Stolz mich davon abgehalten hat, schon früher Hilfe zu suchen“, sagte Michael.

Ein ehemaliger leitender Polizist in London sagte der Boulevardzeitung „Sun“, er halte eine dreimonatige Haftstrafe bei einer Verurteilung für wahrscheinlich, „wegen seiner Vorgeschichte“. Im Juni 2007 erst war George Michael einer Gefängnisstrafe entgangen und zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Außerdem sprach die Richterin ein zweijähriges Fahrverbot aus.

Im vorangegangenen Oktober hatte der Popstar mit seinem Wagen eine Londoner Kreuzung blockiert. Vor Gericht bekannte er sich schuldig, fahruntüchtig gewesen zu sein. Er führte dies auf die Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente zurück und nicht wie der Staatsanwalt auf die Einnahme von flüssigem Ecstasy.

Bereits im Februar 2006 war George Michael in einer ganz ähnlichen Situation - wieder angeblich nicht bei vollem Bewusstsein in seinem Wagen - aufgegriffen worden. Cannabis und eine Partydroge wurden damals sichergestellt. Er kam mit einer Verwarnung davon. Im April geriet der Sänger in die Schlagzeilen, als er drei geparkte Autos rammte. Er sei einfach ein „schrecklicher Autofahrer“, betonte Michael später in einem Interview und beklagte zugleich eine Kampagne der Boulevardpresse.

Dass er regelmäßig Joints raucht, hat er aber selbst wiederholt in Interviews bekannt. Er sei eine „Geisel“ des Marihuana, weil er die Joints für seine Kreativität brauche, sagte er etwa im Dezember 2005 dem Magazin „Galore“. Angefangen habe er damit, als Anfang der 90er Jahre sein Lebenspartner Anselmo Feleppa gestorben sei.

Eine weitere Festnahme wegen Drogenbesitzes folgte im September 2008. George Michael wurde wieder verwarnt und entschuldigte sich auch damals bei seinen Fans: Er habe wieder „Mist gebaut“, räumte er ein und versprach, sich künftig zusammenzureißen.

Sein Kollege Elton John, der selbst früher Drogenprobleme hatte, hat sich wiederholt besorgt über den Zustand von Michael geäußert. „Elton soll einfach den Mund halten und sein Leben leben“, sagte Michael dazu im vergangenen Dezember dem „Guardian“. Er räumte ein, dass er ein Problem mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gehabt habe und weiterhin regelmäßig Marihuana rauche. Seinen Worten zufolge hatte er den Konsum zu diesem Zeitpunkt von ehemals 25 auf „rund sieben oder acht“ Joints am Tag reduziert.

Die Hilfsangebote von Elton John schlug er öffentlich aus: Dieser werde so lange nicht glücklich sein, „bis ich nachts an seine Tür klopfe und sage: ’Bitte, bitte, hilf mir, Elton, bring mich in die Entzugsklinik.’“ Dies werde aber „nicht geschehen“ - betonte George Michael damals noch.

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