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Panorama Drama in der "Todeskugel" der FlicFlac-Artisten
Nachrichten Panorama Drama in der "Todeskugel" der FlicFlac-Artisten
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23:39 20.03.2013
Das Unglück passierte in der "Todeskugel". NP-Reporterin Jana Meyer fuhr erst Anfang März mit Artist Johnny durch den "Globe of Speed". Quelle: Petrow (Archiv)
Köln

Noch vor zwei Wochen wagte ich selbst den Ritt durch die „Todeskugel“ im Zirkus Flic Flac. Johnny (26) nahm mich auf dem Sozius seiner Maschine mit. Ich wollte den Nervenkitzel
spüren. Ich wollte erfahren, warum die Motorradfahrer sich auf dieses Risiko einlassen.

Gestern wurde einigen von ihnen dieser Wagemut zum Verhängnis. Während des Trainings in Köln verunglückten sechs der neun Fahrer – zwei von ihnen schwer. „Die vier leicht Verletzten konnten zu Fuß ins Krankenhaus gehen“, erklärte Sebastian Rottner-Hönicke, Sprecher des Zirkus. „Es sah jedoch zunächst schlimmer aus, als es letzten Endes ist: Keiner schwebt in Lebensgefahr“, so Rottner-Hönicke gestern Abend.

Foto: Petrow

Trotzdem bleibt die bange Frage „Was ist mit Johnny (26)?“. Was mit meinem Interviewpartner Pawel Horbacz (34), dem Chef der Motorrad-Truppe? „Johnny hatte Glück, dem ist nichts passiert“, berichtet Rottner-Hönicke. Anders sieht es bei dem 34-Jährigen aus: Er hat schwere Verletzungen. „Es geht ihm aber den Umständen entsprechend gut“, beruhigt der Sprecher. Heute werde der Fahrer noch an der Schulter geröntgt.

Momentan fahren die Artisten zu neunt durch die Eisenkugel mit ihren rund sechs Metern Durchmesser. Das bedeutet: Es ist extrem wenig Platz in der Kugel. Ausgelöst hatte den Unfall Wagas Pizo. Der junge Fahrer (Anfang zwanzig) verlor auf seiner Maschine das Gleichgewicht, sein Motorrad geriet außer Kontrolle. Das führte zu einem verhängnisvollen Sturz – und einer Kettenreaktion. Die anderen acht Artisten konnten nicht ausweichen. Sie kollidierten mit Pizo und seiner Maschine. Er trug eine Gehirnerschütterung davon und musste an der Hand und Kopf genäht werden.

Ich erinnere mich zurück an Horbaczs Worte von vor zwei Wochen: „Du musst das Risiko von Unfällen in Kauf nehmen, sonst machst du keine Fortschritte.“ Kleine Unfälle passierten häufiger im Training, erklärte er damals; das gehöre dazu. 2005 hatte er bereits einen schweren Unfall gehabt und musste zwei Wochen lang pausieren.

Trotz des Unfalls ging die Show gestern Abend weiter – auch mit der „Todeskugel“. Allerdings nur in reduzierter Besetzung. „Es waren nur fünf Mann in der Kugel“, so Rottner-Hönicke.

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