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Panorama Doppelmord auf Campingplatz: Angeklagter gesteht
Nachrichten Panorama Doppelmord auf Campingplatz: Angeklagter gesteht
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14:22 11.01.2010
Verhüllt sich vor Gericht: Angeklagter Thomas H. Quelle: lni
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Er habe seine 27 Jahre alte Ex-Freundin Nadine und ihre gleichaltrige Bekannte Anne im August 2009 „wie im Rausch“ erstochen, sagte der 30-Jährige bei Prozessauftakt. „Ich bedauere und bereue das zutiefst.“ Er habe die Trennung von seiner früheren Freundin nicht verwunden. „Ich habe sie geliebt, wahrscheinlich zu sehr.“ Die Staatsanwaltschaft legt dem bisher nicht vorbestraften Mann aus Peine neben Totschlag auch Mord zur Verdeckung einer Straftat zur Last.

Der 30-Jährige stand dem Gericht rund zwei Stunden lang Rede und Antwort und schilderte zitternd und unter Tränen die Tatnacht: Der Gabelstapler-Fahrer war zu dem Campingplatz im Stadtteil Sahlenburg gefahren, wo die beiden Frauen aus Winsen/Aller (Kreis Celle) ihren Urlaub verbrachten. Ein Küchenmesser habe er mitgenommen, sich dunkel gekleidet und Handschuhe angezogen, räumte er ein. Eine Tötungsabsicht aber habe er nicht gehabt. „Warum auch? Ich wollte sie zurückhaben“, erklärte er. Er habe mit dem Messer lediglich die Reifen von Nadines Auto zerstechen wollen, damit sie ihn anrufe und um Hilfe bitte. Seinen Plan aber habe er dann doch nicht in die Tat umgesetzt.

Eigenen Angaben zufolge drang er in den Wohnwagen ein und saß mehr als eine Stunde lang an Nadines Bett, beobachtete sie beim Schlafen. Irgendwann sei seine Ex-Freundin aufgewacht, berichtete der Angeklagte. Da habe er ihr seine Liebe gestanden und sie gebeten, zu ihm zurückzukehren. Doch sie habe sich nur über ihn lustig gemacht und ihn beschimpft. „Ich war wütend, ich zitterte am ganzen Körper, dann stach ich auf sie ein.“ Der Lärm weckte die andere Frau, die der Angeklagte bis dahin gar nicht bemerkt und erkannt haben will. Auch sie tötete er mit zahlreichen Messerstichen. Wenige Stunden später nahm die Polizei den Mann an seinem Wohnort fest. Seit dem 26. August sitzt er in Untersuchungshaft. Weinend verfolgten die Familien der beiden Opfer als Nebenkläger den ersten Verhandlungstag.

Kennengelernt hatte der Angeklagte Nadine im Sommer 2008 über das Internet. „Als ich sie das erste Mal sah, war ich hin und weg“, erinnerte er sich. Seit Januar 2009 waren sie ein Paar. Doch schon nach wenigen Monaten kriselte es. Nadine habe sich eingeengt gefühlt, eine offenere Beziehung gewünscht. Eifersüchtig machte er Kontrollanrufe, spionierte ihr hinterher und knackte sogar ihr Passwort im Internet. Dabei habe er entdeckt, dass sie auch mit vielen anderen Männern Kontakt hatte. Immer wieder habe sich Nadine nach wochenlanger Funkstille dann doch wieder bei ihm gemeldet und ihm Hoffnung gemacht, berichtete der 30-Jährige. Er selbst habe in dieser Zeit auch mit anderen Frauen geschlafen. „Aber im Inneren wollte ich immer nur Nadine.“

Der Prozess wird an diesem Mittwoch fortgesetzt. Die Kammer beraumte insgesamt fünf Verhandlungstage an.

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