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Panorama Diebstahl von Teufel-Urne war wohl ein Scherz
Nachrichten Panorama Diebstahl von Teufel-Urne war wohl ein Scherz
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18:28 14.08.2010
Das Grab von Fritz Teufel befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte. Quelle: dpa

BERLIN. Die mysteriöse “Überführung“ der Urne des Alt- 68ers Fritz Teufel ans Grab von Studentenführer Rudi Dutschke war wohl ein makabrer Scherz der linken Szene. „Beerdigen und Rumheulen - das ist unser Ding nicht“, sagte Teufels ehemaliger Kommunen- Mitbewohner Rainer Langhans am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Überhaupt habe nur ein kleiner Kreis von „Eingeweihten“ aus der Szene gewusst, wo Teufels Urne vergraben gewesen sei.

Langhans hält es sogar für möglich, dass der einstige politische Mitstreiter Teufel den Urnen-Klau noch selbst in Auftrag gegeben hatte. „Ihm ist so etwas zuzutrauen. Das ist sehr typisch für ihn“, sagte Langhans. Ende der 60er Jahre war Teufel mit provozierenden Aktionen bekanntgeworden.

Die Urne mit Teufels Überresten war am Freitag am Grab der Linken-Ikone Dutschke in Berlin-Dahlem gefunden worden. Vor knapp einer Woche hatten Friedhofsbesucher auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof im Bezirk Mitte entdeckt, dass die Urne aus dem Teufels Grab verschwunden war. Am Fundort in Dahlem lag dann ein Schreiben, in dem sich die Urheber über das Ende eines „teuflischen Spaßes“ freuten. „Fritze hätte an solch’ einer Aktion seine Freude gehabt“, zitierte die „Berliner Morgenpost“ (Samstag). „Aber jetzt muss wieder Ruhe und Frieden um das Teufelchen einkehren.“

Anders als anfangs geglaubt, wurde Teufels Urne nicht geöffnet und die Asche verstreut, als Unbekannte sie von dem Friedhof im Bezirk Mitte stahlen. Die Schmuck-Urne sei in unversehrtem Zustand neben Dutschkes Grab in Dahlem gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher

Zunächst deutete vieles auf eine politisch motivierte Grabschändung hin: Am Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof waren Blumen zerknickt und Asche verstreut. Diese hielten die Ermittler für Teufels sterbliche Überreste und kehrten sie pietätvoll zusammen. Der Staatsschutz leitete Ermittlungen ein, eine Tat mit rechtsextremen Hintergrund war nicht ausgeschlossen worden.

Mittlerweile glaubt auch die Polizei, dass es ein gut geplanter, makabrer Spaß von Sympathisanten Teufels aus der linken Szene war. Hinweise auf die Urheber gab es am Samstag nach wie vor keine. Spezialisten des Landeskriminalamtes untersuchen die Urne weiter auf Spuren. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben „in alle Richtungen“, unter anderem wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe. Am 6. Juli war Teufel im Alter von 67 Jahren nach langer Parkinson-Krankheit gestorben. (dpa)

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