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Panorama Deutschlands „einsamster Arbeitsplatz“ ist wieder besetzt
Nachrichten Panorama Deutschlands „einsamster Arbeitsplatz“ ist wieder besetzt
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17:16 21.03.2017
Ein Regenbogen spannt sich über der Vogelwärterhütte auf der Nordseeinsel Trischen. Quelle: dpa
Trischen

Deutschlands „einsamster Arbeitsplatz“ ist wieder besetzt: Tore Mayland-Quellhorst hat auf der Vogelinsel Trischen seinen Job als Naturschutzwart aufgenommen. Der Biologe wird die kommenden sieben Monate auf dem sichelförmigen Eiland im Wattenmeer vor Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) die Brut- und die Zugvögel beobachten.

Die Austernfischer trällern schon fleißig, und die Kormorane sitzen bereits in der Nähe der Nester, berichtete der 27-Jährige nach einem Rundgang über die Insel: „Die ersten werden bald anfangen zu brüten.“ Auch die Möwen-Kolonien hätten bereits stattliche Größen. „Fürs Nesterbauen ist es bei denen aber noch zu früh.“ In den Salzwiesen seien bereits Feldlerchen und Wiesenpiper - auch das seien typische Bewohner Trischens, erklärte der Biologe. Auf die Ankunft der Seeschwalben wartet er noch.

Die Arbeitstage auf Trischen sind unregelmäßig. Sie richten sich nach Sonnenauf- und -untergang sowie nach den Tiden. Eine Hauptaufgabe des Vogelwarts im Frühjahr ist die Erfassung der Brutbestände. Gleichzeitig muss er die Rastvögel während der gesamten Saison regelmäßig bei Springtiden zählen sowie durchziehende Vögel im Frühjahr und Herbst regelmäßig erfassen. Dazu muss er Seehunde und Schweinswale im Auge behalten, sowie die Pflanzen auf der Insel. Zudem muss er das Wetter und den Schiffsverkehr beobachten.

Letztendlich misst er auch die „Geschwindigkeit“ der Vogelinsel. Trischen gilt als „schnellste Insel der Welt“. Sie verlagert sich mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 35 Metern pro Jahr in Richtung Osten. Das passiert, weil Trischen im Gegensatz zu den Inseln und Halligen vor der nordfriesischen Küste keinen festen Kern besitzt. Sie entstand vor rund 400 Jahren aus Sandbänken. Bis heute wird dieser abgelagerte Sand kontinuierlich durch Wasserströmung und Wind bewegt.

Von Wolfgang Runge