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Panorama Der „küssende Matrose“ vom Times Square ist tot
Nachrichten Panorama Der „küssende Matrose“ vom Times Square ist tot
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07:52 19.02.2019
Ein Foto für die Ewigkeit: Der Kuss zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Quelle: Victor Jorgensen/U.S. Navy/AP/dpa
New York

George Mendonsa, der „küssende Matrose“ aus New York von einem der berühmtesten Fotos zum Ende des Zweiten Weltkriegs, ist tot. Der Veteran der US-Navy starb bereits am Wochenende im Altenheim in Middletown im US-Staat Rhode Island, wie US-Medien unter Berufung auf seine Tochter Sharon Moeller berichteten. Er wurde 95 Jahre alt.

Mendonsa war durch eine Kuss-Szene während einer spontanen Siegesfeier zur Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg auf dem Times Square in New York am 14. August 1945 bekannt geworden. Er hatte während der Feiern auf der Straße eine junge Krankenschwester willkürlich in die Arme genommen und innig geküsst, der Fotograf Alfred Eisenstaedt verewigte diesen Moment.

Im Großformat auf der Titelseite des „Life“-Magazins

Später erschien das Schwarz-Weiß-Foto vom „V-J“-Day („Victory over Japan Day“) auf der Titelseite des „Life“-Magazins. Laut der Autobiografie des Fotografen Eisenstaedt küsste Mendonsa damals „jedes weibliche Wesen“, das ihm über den Weg lief.

Die Krankenschwester wurde später als Greta Zimmer Friedman identifiziert. Sie sagte über das Foto, dass es kein romantischer Moment gewesen sei. „Ich habe ihn nicht geküsst. Er hat mich einfach geküsst. Er hielt mich einfach fest“, sagte sie der “Library of Congress. Friedman starb nach Angaben des Senders NBC 2016 im Alter von 92 Jahren.

George Mendonsa zeigt 2009 Bilder von sich als Soldat. Quelle: Connie Grosch/Providence Journal/dpa

Identitäten bis heute nicht zweifelsfrei geklärt

In den Jahren danach hatten mehrere Matrosen behauptet, sie seien der berühmte küssende Matrose. Doch Gesichtserkennungs-Programme bestätigten erst 1980, dass es sich bei dem Matrosen um Mendonsa handelte – unter anderem wurden auch Fotos aus verschiedenen Winkeln analysiert, denn auch der Navy-Fotograf Victor Jorgensen hatte den Kuss aus einem anderen Winkel festgehalten.

„Mein Vater war sehr stolz auf seinen Dienst (bei der Navy), sowie auf das Bild, und was es bedeutete“, sagte Tochter Molleur. „Es war immer, viele, viele Jahre später, ein wichtiger Teil seines Lebens.“ Dennoch wurde 2014 über den Tod des küssenden Matrosen berichtet – als Glenn McDuffie starb.

Auch ob auf der Aufnahme tatsächlich die Jüdin Greta Zimmer Friedman, die im Holocaust ihre Eltern verlor, zu sehen ist, bleibt umstritten. Erst 2010 wurde ihr Name bekannt, zuvor wurde Edith Shain für die Krankenschwester auf dem Foto gehalten. Forensische Untersuchungen wollen Mendonsa und Friedman identifiziert haben.

Von RND/dpa/msk