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Panorama Defekte Infusionsflasche verursachte Babytod in Mainz
Nachrichten Panorama Defekte Infusionsflasche verursachte Babytod in Mainz
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14:13 27.08.2010
Die Uniklinik Mainz trifft laut Oberstaatsanwalt keine Schuld am Tod von drei Babys. Quelle: dpa
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„An der Flasche wurde eine sehr hohe Belastung mit Bakterien festgestellt“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt von Mainz, Klaus-Peter Mieth, am Freitag. „Wir haben Anlass zu der Annahme, dass es irgendwo zwischen Abfüllung und Eintreffen in der Uniklinik zu der Beschädigung und der Verkeimung an der Flasche gekommen ist.“ Ob die Keime in der Infusion zum Tod der drei Babys auf der Intensivstation führten, ist weiterhin unklar.

„Ich gehe davon aus, dass den Klinikmitarbeitern kein Schuldvorwurf gemacht werden kann“, sagte Mieth der Nachrichtenagentur dpa. Die Universitätsklinik zeigte sich erleichtert. Laut Mieth muss nun genau geklärt werden, wann und wo die Flasche verschmutzt wurde. Nach Auskunft von Professor Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene der Universität Bonn, wurde eine „sehr hohe Belastung mit Keimen“ nachgewiesen: 10 000 Keime pro Milliliter, im Trinkwasser seien nur 100 Keime pro Milliliter erlaubt. Die gleichen Bakterien seien in bisher zwei betroffenen Kindern gefunden worden.

Exner erklärte, dass durch das schnelle Eingreifen der Klinik vermutlich der Tod weiterer Kinder verhindert werden konnte. Insgesamt hatten vor einer Woche elf Kinder auf der Intensivstation eine mit Darmbakterien verseuchte Nährlösung bekommen. Drei Babys, als Frühchen oder durch Herzfehler ohnehin stark geschwächt, starben. Der Zustand von vier weiteren Kindern, die nach der Nährlösung in kritischem Zustand waren, ist stabil.

Wie die Bakterien in die defekte Infusionsflasche mit Aminosäurelösung geraten konnten, ist noch unklar. Möglicherweise, so Exner, seien sie aus dem Etikett oder dem Klebstoff des Etiketts durch einen Haarriss hinein gelangt. „Aber es ist alles Spekulation im Augenblick.“ Man gehe jedoch davon aus, dass die Kontamination schon vor längerer Zeit geschehen ist.

Der Medizinische Vorstand der Uniklinik, Norbert Pfeiffer, sagte zu der Entlastung seiner Einrichtung: „Ich freue mich insbesondere für die Mitarbeiter.“ Die beiden pharmazeutisch-technischen Assistenten, die die Lösung aus neun von externen Herstellern angelieferten Komponenten hergestellt hatten, mussten sich nach der Tragödie psychologisch betreuen lassen. Exner betonte, eine Expertenkommission sei nach Überprüfung der Uniklinik Mainz zu dem Schluss gekommen: „Das sind sehr, sehr hohe Qualitätsstandards, das ist schon beispielhaft.“

Nach Darstellung von Mieth ist den Untersuchungen zufolge definitiv auszuschießen, dass die Kontamination an den Schläuchen entstand, in denen die Infusionslösung in der Klinikapotheke hergestellt wurde. Diese Schläuche waren zunächst besonders im Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Klärung der Todesursache der drei Babys wird nach Auskunft Mieths noch einige Wochen dauern. dpa

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