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Panorama Chile: Vaterfreuden in 700 Metern Tiefe
Nachrichten Panorama Chile: Vaterfreuden in 700 Metern Tiefe
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16:16 15.09.2010
Drei Kilogramm "Hoffnung": Esperanza heißt das kleine Mädchen Quelle: afp

Die kleine Esperanza (übersetzt: Hoffnung) wiegt gut drei Kilogramm, ist 58 Zentimeter groß und bei bester Gesundheit, berichtete das Fernsehen am Dienstag. Der stolze Vater Ariel Ticona wird sich allerdings voraussichtlich noch einige Zeit gedulden müssen, bis er und seine 32 Leidensgenossen gerettet werden und er seine Tochter in die Arme nehmen kann. Die Männer sitzen seit fast sechs Wochen unter der Erde fest.

Den Namen Esperanza hatten Ticona und seine Frau Elizabeth Segovia in Anlehnung an das Zeltlager „Campamento Esperanza“ (Lager der Hoffnung) gewählt. Eigentlich sollte das Kind Carolina heißen. Aber nach dem Einsturz des Stollens am 5. August entschieden sich die Eltern für Esperanza. In dem Zeltlager campieren Angehörige der Bergleute seit Wochen bei der Mine San José im harschen Klima der Atacama-Wüste. Ticona hatte seine hochschwangere Frau gebeten, nicht dort zu schlafen, sondern sich zu Hause in Ruhe auf die Geburt vorzubereiten.

Der Vater wollte eigentlich bei der Geburt dabei sein. Weil das nun nicht möglich war, soll Ticona zum Trost eine Aufnahme von der Geburt seines dritten Kindes per Videokabel sehen können. Das Kabel wurde durch eine der engen Versorgungsröhren nach unten gelassen. In der vergangenen Woche hatten die Kumpel schon das Freundschaftsspiel der Fußballnationalelf gegen die Ukraine live verfolgen können. Dafür schickten Helfer einen Projektor und eine Leinwand in die Tiefe.

Ein Familienmitglied filmte die Geburt von Esperanza und die glückliche, wenn auch erschöpfte Mutter. Das Baby kam per Kaiserschnitt zur Welt. Auf den Bildern trägt der Säugling eine rosa Mütze. Der Vater verpasst nun zwar die ersten Lebenswochen seiner Tochter. Aber wenn die Bergleute wie geplant bis spätestens Dezember gerettet werden, kann Ticona noch viele Windeln wechseln, nachts Milchfläschchen erwärmen und an seinen freien Tagen die Kinderspielplätze der Stadt erkunden.

Die Rettungsbohrungen für die 33 eingeschlossenen Bergleute kamen weiter voran. Zwei Bohrer arbeiteten sich bisher auf eine Tiefe von mehr als 300 Meter vor. Technische Probleme hatten zeitweise zu Verzögerungen geführt. dpa

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