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Panorama Busunglück: Noch zwei Opfer in Lebensgefahr
Nachrichten Panorama Busunglück: Noch zwei Opfer in Lebensgefahr
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16:58 28.09.2010
Steht Überlebenden und Angehörigen bei: Notfallseelsorger Klaus Scholz Quelle: dpa

Nach dem schweren Busunglück bei Berlin kämpfen zwei Verletzte noch um ihr Leben. Sie müssten noch mehrmals operiert werden, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Dienstag in Potsdam. Bislang sind 8 der 13 Toten obduziert worden - allerdings ist immer noch nur bei sieben die Identität geklärt. Unterdessen wurde auch bekannt, dass der polnische Bus nur teilweise mit Gurten ausgestattet war.

Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hoffte zwar, dass am Dienstag die Obduktion aller Leichen abgeschlossen werden kann. Es sei aber nicht sicher, dass damit auch alle Opfer identifiziert werden könnten. Dafür sind wahrscheinlich DNA-Untersuchungen erforderlich. Wenn diese abgeschlossen sind, sollen die Leichen freigegeben werden. Dann können sie auch in die Heimat überführt werden.

Bei dem Unfall auf der Autobahn am Schönefelder Kreuz waren am Sonntag auch 38 Menschen verletzt worden, 18 von ihnen schwer. 13 Verletzte konnten laut Innenministerium inzwischen das Krankenhaus verlassen und die Heimreise nach Polen antreten. Auch fast alle Angehörigen, die in Begleitung von polnischen Psychologen und Geistlichen nach Brandenburg gereist waren, sind wieder in der Heimat. „Sie wollen dort mit den Trauervorbereitungen beginnen“, sagte ein Polizeisprecher in Königs Wusterhausen.

In dem Reisebus saßen Mitarbeiter des Forstamtes im westpommerschen Zlocieniec, deren Familien und zwei Busfahrer. Die 37-jährige Frau, die den Unfall mit ihrem Pkw verursacht haben soll, gehört ebenfalls zu den Verletzten. Gegen sie ermittelt die Potsdamer Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Sie konnte aber noch nicht vernommen werden.

Nach Medienberichten ist die Frau bei der Berliner Polizei tätig. Die Behörden wollten dies weder bestätigen noch dementieren. Die Untersuchungen zu Unfallhergang und zur Schuldfrage gingen derweil weiter. Nach Angaben des Transportunternehmens POL-BUS in Suchan war der Bus nur teilweise mit Sicherheitsgurten ausgestattet. Das zwölf Jahre alte Fahrzeug habe serienmäßig Gurte nur an bestimmten Plätzen, sagte Firmenchef Tomasz Sochacki der Nachrichtenagentur dpa.

Mit Gurten ausgestatten seien unter anderem Fahrer- und Reiseleiterplatz, die erste Reihe sowie Sitze bei den Ausgängen. Es habe auch Schilder mit der Aufforderung zum Anschnallen gegeben, versicherte Sochacki. Er wisse aber nicht, ob sie befolgt wurden. „Ich habe nicht im Bus gesessen“, so der Unternehmer. In Polen müssen seit Oktober 2007 alle neu zugelassenen Busse mit Gurten ausgerüstet sein. Wer ältere Modelle ohne Gurte besitzt, kann sie freiwillig nachrüsten. Eine Pflicht besteht aber nicht.

Angaben zu Gurten im Bus will die Staatsanwaltschaft erst machen, wenn ein technisches Gutachten vorliegt.

In Zlocieniec wurde am Dienstag mit zwei Schweigeminuten und Sirenengeheul der Opfer des Unglücks gedacht. Am Abend sollte es in dem Ort mit rund 13 000 Einwohnern einen Trauergottesdienst geben. Zudem ist eine Trauerfeier in Polen geplant.

Die Staatsanwaltschaft in Stettin ermittelt ebenfalls. Laut Behördensprecherin Malgorzata Wojciechowicz richtet sich das Verfahren nicht gegen eine konkrete Person. Bereits am Sonntag war ein Staatsanwalt zur Unfallstelle gereist. Er stehe mit dem brandenburgischen Kollegen in Kontakt, sagte Sprecher Ralf Roggenbuck in Potsdam.

In Brandenburg sollte am Dienstag die psychologische Nachbetreuung der Helfer beginnen, die an Rettungs- und Bergungsmaßnahmen teilgenommen haben. Damit soll die Verarbeitung des Einsatzes erleichtert werden. „Das sind Bilder gewesen, die selbst ältere Feuerwehrleute noch nicht gesehen haben“, sagte Platzeck. „Für junge Feuerwehrleute war das ein Einsatz, den sie nicht so schnell vergessen werden.“ dpa

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