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Polizisten durchkämmen Watertown.

Großeinsatz der Polizei in Watertown.© dpa

Kriminalität

Boston-Attentäter sidn brüder aus Tschetschenien

Die Terror-Verdächtigen von Boston sind aufgespürt. Ein mutmaßlicher Bombenleger wird getötet, der andere befindet sich auf der Flucht. Bei den beiden soll es sich um ein Brüderpaar aus Tschetschenien handeln.

Boston.  Nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ist einer der beiden mutmaßlichen Bombenleger von Boston getötet worden. Sein mutmaßlicher Komplize befindet sich auf der Flucht.

Nach Medieninformationen handelt es sich bei den Terrorverdächtigen um Brüder aus Tschetschenien im Alter von 19 und 20 Jahren. Die beiden Männer sollen vor mindestens zwei Jahren eingewandert sein und legal in den USA leben.

Ein Motiv für den blutigen Anschlag beim Boston-Marathon, bei dem am Montag drei Menschen getötet und 180 verletzt wurden, nannten die Medien nicht.

Zu der Verfolgungsjagd kam es nach dem Tod eines Sicherheitsbeamten, der wegen einer Ruhestörung zu der US-Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology (MIT) gerufen und dort erschossen worden war. Bei dem getöteten Mann handelt es sich nach Medienberichten um den 20-Jährigen, der kurz vor dem Attentat am Montag im Zieleinlauf des Marathons mit einem Rucksack gefilmt worden war. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN erlag der Verdächtige nach der Verfolgungsjagd in der Ortschaft Watertown nahe Boston im Krankenhaus seinen Verletzungen. Nach Angaben von Ärzten wurde er von extrem vielen Kugeln getroffen. Die Zahl der Einschüsse sei "nicht zu zählen gewesen", sagte ein Krankenhausarzt. Die genauem Umstände des Todes waren jedoch unklar.

Der ein Jahr jüngere flüchtige Bruder könnte nach Befürchtungen der Polizei einen Sprengsatz am Körper tragen. Die Polizei empfahl der Bevölkerung dringend, in ihren Häusern zu bleiben und ausschließlich Polizeibeamten zu öffnen, die sich eindeutig ausweisen könnten.

Die Jagd auf die Terrorverdächtigen hatte weite Teile der Ostküstenmetropole zum Erliegen gebracht. Der Nahverkehr wurde mitten im beginnenden Berufsverkehr komplett unterbrochen. Im Vorort Watertown, dem Schwerpunkt des Polizeieinsatzes, durften auch keine Privatautos fahren oder Geschäfte öffnen. Anwohner wurden aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Die Harvard-Universität im Vorort Cambridge blieb ebenfalls geschlossen. Die Polizei von Boston durchsuchte jedes einzelne Haus in Watertown nach dem Verdächtigen. Die Ermittler teilten per Twitter mit, dass uniformierte Beamte von Tür zu Tür gehen würden.

Am Donnerstagabend hatte die Polizei erstmals Fotos der Verdächtigen veröffentlicht, die kurz vor dem Terroranschlag am Montag am Tatort aufgenommen worden waren. Sie zeigen zwei junge Männer mit Rücksäcken, in denen sie vermutlich den Sprengstoff transportierten. Eine der verwendeten Bomben bestand aus einem Schnellkochtopf, der mit einem Zünder versehen war und neben Schwarzpulver auch Nägel und Metallteile enthielt. Teile des Topfdeckels wurden CNN zufolge auf einem Hausdach in der Nähe der Ziellinie gefunden. Ob auch die zweite Bombe aus einem Schnellkochtopf gebaut war, war noch unklar.

Von den Verletzten des Anschlags befand sich niemand mehr im kritischen Zustand. Aus den Krankenhäusern der Stadt verlautete, von den Schwerverletzten würden wohl alle überleben. Die Genesung könne aber Jahre dauern.

US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag bei einem Trauergottesdienst in der Kathedrale von Boston die Amerikaner aufgerufen, dem Terror zu trotzen. "Die Bombe kann uns nicht besiegen. Wir machen weiter", sagte er. Zugleich machte Obama klar, dass der Staat mit aller Härte reagieren und die Verantwortlichen vor den Richter bringen werde. "Wir werden Euch finden. Wir werden Euch zur Rechenschaft ziehen.

Im Gedenken an die Opfer von Boston sollen die Teilnehmer des London-Marathons an diesem Sonntag schwarze Armbinden tragen. Außerdem werde man vor Beginn des Laufs eine Schweigeminute einlegen, sagte die britische Kultur-Staatssekretärin Maria Miller.


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