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Panorama Backofen Deutschland - Hitzerekord des Jahres aufgestellt
Nachrichten Panorama Backofen Deutschland - Hitzerekord des Jahres aufgestellt
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18:22 11.07.2010
Deutschland schwitzt: In Berlin knackte die Quecksilbersäule des Thermometers fast die 40-Grad-Marke. Quelle: dpa

Berlin/Offenbach (dpa) - Deutschland hat am Wochenende mit Temperaturen von bis zu 38,8 Grad den Hitzerekord des Jahres aufgestellt. Der deutsche Hitzerekord aus dem Jahr 2003 von 40,4 Grad wurde nicht geknackt. Das große Schwitzen geht jedoch weiter, am Montag sollte es wieder 37 Grad heiß werden. Abkühlung ist erst für Dienstag vorhergesagt. Am Wochenende war es morgens schon vielerorts um die 30 Grad heiß. Auch die Nächte waren tropisch und schafften kaum Linderung. In der Nacht von Samstag zu Sonntag zeigten erst um 2 Uhr alle Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Temperaturen unter 30 Grad.

Berlin erlebte am Sonntag mit 37,5 Grad den heißesten Tag des Jahres. Der Temperaturrekord für Deutschland wurde am Samstag im rheinland-pfälzischen Bendorf bei Koblenz mit 38,8 Grad aufgestellt, in Trier wurden 38,3 Grad gemessen. Die Spitzenmarken aus dem Supersommer 2003 wurden jedoch nicht erreicht. Damals wurden im August in Roth bei Nürnberg 40,4 Grad gemessen.

Tausende suchten Abkühlung im Meer, in Seen und Freibädern. Für mehrere Menschen endete der Badeausflug allerdings tragisch. In Krefeld wurden zwei junge Männer beim Baden im Rhein von der Strömung eines vorbeifahrenden Schiffes mitgerissen. In Frankfurt wurde am Sonntag eine Leiche aus dem Main geborgen. Möglicherweise handelt es sich um einen Mann, der seit Freitagabend nach einem Sprung in den Fluss vermisst wird. In Bayern starb eine 81-Jährige bei einem Badeunfall im Weitmannsee bei Kissing.

Berlin. Wer der großen Hitze entkommen wollte, war auf den ost- und nordfriesischen Inseln gut aufgehoben. Auf Helgoland stellte Meteomedia angenehme 20,5 Grad fest. Dazu wehte an den Küsten leichter Seewind. Der kühlste Ort war am Samstag die Zugspitze:
Deutschlands höchster Berg hatte nach Meteomedia-Angaben in 2960 Metern Höhe nur elf Grad zu bieten.

Die Waldbrandgefahr ist aufgrund der langen Trockenheit und Hitze weiter hoch. Auf der Fernstrecke Nürnberg-Regensburg legten mehrere Böschungsbrände am Sonntag den Bahnverkehr lahm. Im Kreis Kleve kam es gleich zu mehreren Bränden auf Kornfeldern oder Grasflächen. Im südwestfälischen Finnentrop-Schönholthausen zerstörte ein Feuer rund 5000 Quadratmeter Fichtenwald.

In Baden-Württemberg gab es am Samstagabend heftige Unwetter. Vor allem zwischen Offenburg und Freiburg liefen Keller voll, mehrere Bäume wurden entwurzelt. Der Wetterdienst Meteomedia berichtete von extremem Starkregen mit Hagel und schweren Sturmböen. Menschen wurden den Angaben zufolge nicht ernsthaft verletzt.
Auch für Montag erwarteten die Meteorologen Temperaturen bis zu 37 Grad. Dabei sollte es drückend schwül bleiben, wie der DWD am Sonntag vorhersagte. Bei fast absoluter Windstille ist nicht einmal ein Hauch von Abkühlung spürbar. Fast überall muss mit kräftigen Gewittern gerechnet werden. „Wo es runterkommt, da kübelt es richtig“, sagte Meteorologe Christoph Hartmann. Grund sei die Windstille. Sie verhindere, dass Gewitter weiterzögen. Der DWD warnte vor Starkregen,Sturmböen und Hagel.

Am Dienstag soll sie dann endlich kommen, die ersehnte Abkühlung. Die „Kaltfront“ des Mittelmeertiefs „Mae“ lässt die Temperaturen abstürzen - auf immer noch sommerliche 25 Grad. Am Mittwoch ist die Zeit zum Durchatmen aber schon wieder vorbei: Dann sind 35 Grad angesagt.

dpa

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