Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama BP will dreimal mehr Öl aus Bohrloch abpumpen
Nachrichten Panorama BP will dreimal mehr Öl aus Bohrloch abpumpen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:15 14.06.2010
Immer mehr Schiffe sollen im Golf von Mexikp das abgepumpte Öl aufsammeln. Quelle: dpa

Washington. Auf massives Drängen der US-Regierung hat der Energiekonzern BP eine abermalige Ausweitung seines Kriseneinsatzes gegen die Ölpest im Golf von Mexiko zugesagt. Bis Ende Juni soll sich die Menge des abgepumpten Öls aus dem lecken Bohrloch auf 50.000 Barrel pro Tag (acht Millionen Liter) verdreifachen, wie ein Regierungsvertreter sagte. Mit der Zusage hatte BP auf ein 48-Stunden-Ultimatum der Regierung reagiert.

Gegenwärtig pumpt BP täglich etwa 15.000 Barrel Öl aus dem defekten Bohrloch ab, aus dem schätzungsweise 25.000 bis 30.000 Barrel pro Tag ausströmen. Die Erhöhung der Abpumpkapazität war ohnehin geplant, allerdings beschleunigte BP die Umsetzung nach dem Ultimatum der US-Regierung. Nach Informationen aus dem Weißen Haus sieht der neue BP-Plan außerdem vor, ein Schiff aus Südamerika, zwei weitere Tanker aus Europa und ein flexibles Ansaugrohr zur gesunkenen Bohrinsel zu bringen, um mehr Öl abpumpen zu können.

Der beschleunigte Kriseneinsatz erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen dem Weißen Haus und dem britischen Konzern BP. Ein Sprecher der US-Regierung, die wegen Kritik an ihrem Krisenmanagement unter Druck steht, hob hervor, dass BP seine Anstrengungen zum Abpumpen des Öls auf direkte Intervention des Weißen Hauses hin verstärkt habe. „Wir werden BP weiterhin zur Rechenschaft ziehen“, sagte der US-Vertreter.

Die Ankündigung kam zu Beginn einer Woche, in der das politische Krisenmanagement der Ölkatastrophe in den Mittelpunkt rücken soll. Präsident Barack Obama wurde Montag zu einem weiteren, zweitägigen Besuch an der Golfküste erwartet. Am Dienstagabend will er sich in einer TV-Ansprache aus dem Weißen Haus an die Bürger richten - es wird der erste derartige Auftritt seit Beginn seiner Amtszeit sein. Am Mittwoch wird das BP-Management im Weißen Haus erwartet, am Donnerstag muss BP-Chef Tony Hayward vor einem Kongressausschuss Rede und Antwort stehen.

In seiner TV-Ansprache will Präsident Obama voraussichtlich die Einrichtung eines milliardenschweren Treuhandfonds zur Begleichung von Schadenersatz-Forderungen am Golf verlangen. „Wir wollen sichergehen, dass genügend Geld hinterlegt wird, um für legitime Forderungen aufzukommen“, kündigte sein Berater David Axelrod am Sonntag im US-Fernsehsender NBC an.

Obama sagte dem Onlinemagazin „Politico“, dass er von der Ölkatastrophe einen Bewusstseinswandel in der Energiepolitik erwarte, der mit den politischen Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001 vergleichbar sei. „So, wie die Sicht unserer Außenpolitik und unserer Verwundbarkeit grundlegend von 9/11 geprägt wurde, so glaube ich, dass diese Katastrophe unser Denken in Umwelt- und Energiefragen auf viele Jahre hinweg prägen wird“, zitierte „Politico“ den Präsidenten.

Die Ölkatastrophe kostete den britischen BP-Konzern nach eigenen Angaben bislang rund 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro). In dieser Summe seien Ausgaben für die Eindämmung des Ölteppichs und die Säuberung verseuchter Küstengebiete enthalten, teilte das Unternehmen in London mit. Außerdem seien Forderungen der US-Regierung beglichen und erste Schadenersatzzahlungen geleistet worden. BP wies darauf hin, dass es noch „zu früh“ sei, um die endgültigen Kosten der Ölkatastrophe abzuschätzen. Die Schätzungen von Experten reichen von 30 bis zu 100 Milliarden Dollar. afp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Nordindien sind bei einem Schiffsunglück offenbar mehr als 40 Menschen ertrunken. Das stark überladene Boot ist am Montag während einer religiösen Zeremonie auf dem Ganges in der starken Strömung gekentert.

14.06.2010

Zugriff beim Fußballgucken: Die Polizei in Brandenburg fasste den mutmaßlichen Taxi-Mörder vom Bodensee, als Deutschland im Freudentaumel tanzte.

14.06.2010

Je näher die Hochzeit, umso heftiger der Stress. Auch für royale Brautpaare samt Familien gilt diese anstrengende Regel, wie sich zum Wochenauftakt in Stockholm zeigt.

14.06.2010