Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama BP muss Nebenzugang zu Bohrloch fertigstellen - Alabama klagt
Nachrichten Panorama BP muss Nebenzugang zu Bohrloch fertigstellen - Alabama klagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 14.08.2010
Thad Allen, der Einsatzleiter der US-Regierung macht Druck auf BP.
Anzeige

WASHINGTON. Das Finale im Ringen mit dem ramponierten Bohrloch im Golf von Mexiko lässt auf sich warten: Nach dem Willen der US-Regierung muss der BP-Konzern einen Nebenzugang zu der Ölquelle fertigstellen, mit dessen Hilfe das Loch endgültig versiegelt werden soll. „Die Entlastungsbohrung wird abgeschlossen werden. Wir werden die Quelle schließen“, sagte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, am Freitag. Unterdessen verklagte der von der Ölpest betroffene US-Bundesstaat Alabama BP auf Schadensersatz.

Nach den Worten Allens mussten Experten zunächst noch beraten, wie sie bei der Entlastungsbohrung im Einzelnen vorgehen wollen, um Risiken zu vermeiden. Zuvor war fraglich geworden, ob der sogenannte Bottom Kill überhaupt noch notwendig ist. Bei diesem Manöver sollen durch den Nebenzugang Schlamm und Zement gepumpt werden, um die Quelle auf diese Weise zu versiegeln.

BP habe Alabama und seinen Bürgern schweren Schaden zugefügt, begründete Generalstaatsanwalt Troy King den Schritt seines Staates. Für diesen Schaden müsse es einen Ausgleich geben. Die Klage richte sich neben BP auch gegen die Mitbetreiber der versunkenen Bohrinsel „Deepwater Horizon“, die Firmen Anadarko und TransOcean. „Wir klagen auf den Betrag, der nötig sein wird, um Alabama wieder aufzubauen.“. Eine Summe nannte er nicht. Gegen den Ölkonzern sind bereits hunderte Klagen auf Schadenersatz eingereicht worden.

BP wies die Vorwürfe zurück. „BP hat sich bereits freiwillig bereiterklärt, allen rechtmäßig angemeldeten wirtschaftlichen Schaden zu übernehmen“, sagte eine Sprecherin. BP habe eine Verpflichtung über 20 Milliarden Dollar abgegeben und schon 352 Millionen bezahlt.

Das Bohrloch war Anfang des Monats bereits von oben mit Zement geschlossen worden. Zwei Wochen zuvor hatte BP die Quelle mit einem Deckel abgedichtet. Seitdem strömt kein Öl mehr aus.

Allen sagte, er werde eine Anordnung erteilen, wie mit der Entlastungsbohrung weiter verfahren werden soll. Danach brauche BP 96 Stunden, um die Arbeiten wieder aufzunehmen. Der britische Ölkonzern bohrt den Nebenzugang seit Anfang Mai. Knapp zwei Wochen zuvor hatte das Öl-Drama im Golf von Mexiko begonnen. Die Bohrung ist nur noch etwa zehn Meter von der Quelle entfernt.

Durch den zusätzlichen „Bottom Kill“ soll vor allem sichergestellt werden, dass auch ein Hohlraum zwischen dem Innen- und Außenrohr im Bohrloch verschlossen ist. Am Donnerstag hatte es geheißen, genau dies könnte bereits durch das vorausgegangene Versiegeln von oben geschafft worden sein.

Aus dem Leck waren seit Ende April insgesamt etwa 660 000 Tonnen Öl ins Meer geströmt. Die Ölpest gilt als bislang schwerste in der Geschichte der USA.

(dpa)

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Das Ölleck im Golf von Mexiko wird nun vielleicht doch nicht direkt an der Quelle etwa vier Kilometer tief unter dem Meeresboden versiegelt.

13.08.2010

Seit der Explosion der von BP  gemieteten Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko sind  bei deren Eigentümer fast 250 Klagen eingegangen.

05.08.2010

Die Verschließung des defekten Bohrlochs im Golf von Mexiko durch schweren Schlamm ist nach Angaben des Ölkonzerns BP offensichtlich erfolgreich verlaufen. BP sprach von einem Meilenstein im Kampf gegen die Umweltkatastrophe.

04.08.2010

Weitere Operation für Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor (93): Die Ärzte haben am Freitag ein Blutgerinnsel der betagten Patientin entfernt.

14.08.2010

Russland meldet zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage eine leichte Entspannung bei den seit Wochen wütenden Waldbränden im Land. Doch insgesamt lodern weiter Hunderte von Feuern. Nun soll auch bessere Technik aus den USA im Kampf gegen das Feuer helfen.

14.08.2010

Der rätselhafte Ortswechsel der Urne von Alt-68er Fritz Teufel - bloß ein makabrer Scherz der linken Szene? Teufels ehemaliger Kommunen-Mitbewohner Rainer Langhans hält das für wahrscheinlich. Und vielleicht steckte sogar Teufel selbst hinter der Aktion.

14.08.2010
Anzeige