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Panorama Ausgebüxte Elchkuh Natalie streift durch die Pfalz - Narkosespezialist jagte schon Kuh Yvonne
Nachrichten Panorama Ausgebüxte Elchkuh Natalie streift durch die Pfalz - Narkosespezialist jagte schon Kuh Yvonne
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17:25 29.10.2011

Föckelberg. Dort streift seit Monaten Elchkuh Natalie durchs Dickicht, nachdem sie im August aus einem Tierpark ausgebüxt war. Der Tierpark Potzberg bei Föckelberg (Landkreis Kusel) ist der einzige in Rheinland-Pfalz, der Elche in seinen Gehegen hält. Im August während eines Sommergewitters war ein Baum auf den Zaun gekracht. Mit einem Satz gelang Elchkuh Natalie der Ausflug in die Freiheit. "Dass sie diese Chance ergriff, verwundert nicht, denn Elche sind äußerst schwer in Gefangenschaft zu halten", erzählt der Inhaber des Tierparks, Harald Schauß.

Bislang machte sich Schauß jedoch wenig Sorgen um das abtrünnige Hirschtier. Eigentlich habe Natalie ja keinen Grund zurückzukehren. "Da draußen hat sie alles was sie braucht, Äpfel, Birnen, Nüsse Kastanien - das ist ein Schlaraffenland für sie". Dennoch hatte Schauß einen letzten Funken Hoffnung auf ihre Rückkehr: "Wir dachten, dass sie spätestens zur Brunftzeit im September aus Einsamkeit heimkommt, zurück zu ihrem Elchbullen Konstantin."

Die scheue Elchkuh tauchte nach Auskunft der Polizei immer wieder mal auf: in einem Vorgarten unterm Obstbaum etwa oder seelenruhig an einer Bundesstraße stehend. "Doch jedes Mal, wenn wir kamen, war sie wieder weg", sagt Schauß und grinst: "Natalie ist eben schlauer als wir."

Mittlerweile aber, merkt der Tierpark-Chef an, werde es für die Elchkuh in den Wäldern gefährlich. Nicht wegen des nahenden Winters, da seien die ursprünglich in Skandinavien beheimateten Elche extremere Kälte gewohnt. Schauß' Sorge hat einen anderen Grund: "Wir haben Angst, dass sie bei den Herbstjagden von Hunden zerfleischt wird."

Darum habe er den Tierjagd-Experten Erwin Schablowski um Hilfe bei der Suche gebeten. Schablowski ist seit 25 Jahren bei Polizei und Feuerwehr als erfahrener Narkoseschütze gefragt. Der Rentner aus Kaiserslautern holte schon eine Kuh vom Dach, jagte ein Känguru in der Vorderpfalz und zuletzt war er eben in Bayern bei der Suche nach der prominenten Streuner-Kuh Yvonne gefragt.

Am vergangenen Dienstag wäre Natalies Ausflug in die freie Wildbahn beinahe zu Ende gewesen. Am Schützen lag es wohl nicht, der Schuss aus dem Narkosegewehr saß. Trotzdem gelang ihr die Flucht ins Dickicht. Das Betäubungsmittel wirke nämlich erst nach Minuten wirkte, klärt Schablowski auf. Hörbar enttäuscht erzählt er: "Wir wussten, dass sie im Umkreis von 100 Metern liegen musste und irrten stundenlang umher."

Das Gebiet, in dem die Elchkuh nun vermutet wird, wurde für eine am Wochenende geplante Treibjagd nahe Theisbergstegen extra ausgegrenzt. Schauß und Schablowski können damit ihre Elchkuh-Suche ungestört und ohne Gefahr fortsetzen. (dapd)

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