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Panorama Astronauten bauen in Schwerstarbeit Kühlpumpe aus
Nachrichten Panorama Astronauten bauen in Schwerstarbeit Kühlpumpe aus
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15:33 12.08.2010
Im All: Reparatur des Kühlsystems Quelle: dpa
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Der Außenbordeinsatz am Mittwoch wurde von einer widerspenstigen Steckverbindung in die Länge gezogen, die sich nur mit großem Kraftaufwand lösen ließ. Es war der zweite Anlauf zum Ausbau der Pumpe. Die US-Weltraumbehörde hat die Reparatur des Kühlsystems als eine der größten Herausforderungen in der zwölfjährigen ISS-Geschichte bezeichnet.

Die Realität übertraf zunächst die Befürchtungen: Am Samstag musste der erste Reparaturversuch abgebrochen werden, weil dabei giftiges Ammoniak in großen Mengen austrat. Diesmal entwichen nur ein paar gefrorene Flocken, als Astronaut Douglas Wheeler mit der klemmenden Steckverbindung kämpfte. „Das ist eine großartige Nachricht“, kommentierte Wheeler während seines zweiten Außenbordeinsatzes innerhalb von fünf Tagen. „Eine tolle Nachricht“, stimmte die Flugkontrolle zu.

Noch zwei weiter Außenbordeinsätze nötig


Vor dem Außenbordeinsatz war der Druck in dem defekten Kühlkreislauf gesenkt worden - und dies schien den Unterschied zum gescheiterten Versuch am Samstag zu machen. Nachdem die Steckverbindung nach fünf Stunden endlich getrennt war, konnten Wheeler und seine Kollegin Tracy Caldwell Dyson noch das 350 Kilogramm schwere Teil in der Größe einer Badewanne ausbauen und ein paar Kabelverbindungen wieder anschließen - zu mehr blieb keine Zeit. Die Ersatzpumpe soll nun bei einem dritten Außenbordeinsatz am kommenden Montag eingebaut werden, entschied die NASA. Und danach müssen die Astronauten noch ein viertes Mal ins freie All, wie am Mittwoch entschieden wurde.

„Dieses Team ist gut, aber man hat bei einem Außenbordeinsatz nur eine bestimmte Zahl von Stunden, und es ist noch so viel Arbeit zu erledigen, um alles wieder so herzustellen, wie es vorher war“, erklärte ISS-Manager Mike Suffredini.

Die Kühlpumpe fiel vor anderthalb Wochen aus, am 31. Juli. Seitdem verfügt die ISS, die derzeit drei amerikanische und drei russische Besatzungsmitglieder beherbergt, nur über einen Kühlkreislauf. Die NASA will beide Systeme so schnell wie möglich wieder in Betrieb haben - ein Ausfall des verbliebenen Kühlkreislaufs würde den Astronauten nur eine bestimmte Zeit lassen, sich in eine Rettungskapsel in Sicherheit zu bringen und die Station zu verlassen.

Die Lebensbedingungen auf der ISS haben sich bislang nicht verschlechtert, hieß es. Aber die Forschungsarbeiten sind gestoppt und nicht unbedingt notwendige Geräte abgeschaltet, bis die Pumpe ersetzt ist. Als Ursache für den Defekt vermutet die NASA einen Kurzschluss. apn

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