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Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski© dpa

Justiz

Anklage gegen JVA-Ausbrecher Michalski und Heckhoff

Ihr spektakulärer Ausbruch und ihre tagelange Flucht hatten Deutschland in Atem gehalten: Gegen die Verbrecher Peter Paul Michalski (46) und Michael Heckhoff (51) hat die Aachener Staatsanwaltschaft drei Monate nach der Tat Anklage erhoben.

Ihnen werde schwere räuberische Erpressung, erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme vorgeworfen, teilte die Behörde am Freitag mit. Ein JVA-Bediensteter (40), der dem Duo beim Ausbruch geholfen und es mit Waffen versorgt haben soll, wird wegen Beihilfe zu Geiselnahme und räuberischer Erpressung, wegen Gefangenen-Befreiung und Bestechlichkeit angeklagt.

Der verurteilte Mörder Michalski und Geiselgangster Heckhoff waren am 26. November 2009 aus der Justizvollzugsanstalt Aachen ausgebrochen und erst nach Tagen gefasst worden. Heckhoff habe die ihm vorgeworfenen Taten inzwischen weitgehend gestanden, berichtete die Staatsanwaltschaft. Die beiden anderen Beschuldigten hätten bisher keine Angaben zur Sache gemacht. Mit einem Prozessbeginn ist in wenigen Monaten zu rechnen. Michalski und Heckhoff sind beide bereits zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt.

Den Ermittlungen zufolge hatten die beiden Schwerverbrecher und der JVA-Bedienstete die Flucht verabredet. Als Gegenleistung für seine Hilfe versprach das Duo dem 40-Jährigen, ihm illegale Geschäfte mit anderen Gefangenen zu verschaffen. Der JVA-Mann gab den Straftätern eine Schreckschusspistole und brachte sie am Abend des 26. November vom Hafthaus zur Transportschleuse. Im Innenhof vor der Schleuse überwältigten sie einen unbeteiligten Gefängniswärter. Der 40-Jährige stattete das Duo dann mit zwei Dienstpistolen aus - und entließ sie in die Freiheit.

Mit einem Taxi, das vor der JVA stand, türmten Heckhoff und Michalski. Zwischenzeitlich war ein weiterer Gefangener ins Visier der Ermittler geraten, weil dieser just zu dem Zeitpunkt aus dem Taxi ausstieg, als Michalski und Heckhoff ein Fluchtauto brauchten. „Mangels hinreichenden Tatverdachts“ sei das Verfahren gegen diesen JVA-Insassen aber eingestellt worden, erklärte Oberstaatsanwalt Robert Deller.

Die beiden Verbrecher brachten auf ihrer Flucht zwei Taxifahrer und eine 19-jährige Schülerin in ihre Gewalt, außerdem ein Ehepaar in Essen, in dessen Haus sie eindrangen, um dort zu essen und zu schlafen. Heckhoff wurde drei Tage später in Mülheim an der Ruhr gefasst. Michalski ging der Polizei am 1. Dezember am Niederrhein nach Handy-Ortung ins Netz - auf einem Damenfahrrad.

Die aufsehenerregende Flucht hatte zu einer der aufwendigsten und teuersten Fahndungen der vergangenen Jahre geführt. Immer wieder hatte die Polizei die Bevölkerung vor den als äußerst brutal geltenden Männern gewarnt.

Michalski sitzt derzeit in Bielefeld ein, Heckhoff in Bochum. Der beschuldigte JVA-Mann ist seit Ende November in Untersuchungshaft. dpa


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