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Warteschlangen und leere Regale - in den USA hat ein wahrer Ansturm auf die Waffenläden eingesetzt. Dahinter steckt die Sorge, dass es bald schwerer werden könnte, sich mit einer Schusswaffe einzudecken. Foto: Arleen Ng/epa/Archiv

Warteschlangen und leere Regale - in den USA hat ein wahrer Ansturm auf die Waffenläden eingesetzt. Dahinter steckt die Sorge, dass es bald schwerer werden könnte, sich mit einer Schusswaffe einzudecken. Foto: Arleen Ng/epa/Archiv

Kriminalität

Amerikaner kaufen Waffenregale leer

Die Anzahl der Waffenkäufe in den USA ist in den vergangenen Wochen rapide gestiegen - offensichtlich aus Sorge, dass es bald schärfere Waffenkontrollgesetze geben könnte.

Washington. In manchen Läden stünden die Menschen Schlange, um sich rasch mit einer Schusswaffe einzudecken, berichtete die "New York Times". Auch Magazine, mit denen ohne Nachladen viele Schüsse abgegeben werden könnten, seien heiß begehrt. Leere Vitrinen und Regale würden in Waffengeschäften in vielen Bundesstaaten zum gewohnten Bild.

US-Präsident Barack Obama hatte nach dem Amoklauf im Dezember in Newtown mit 27 Toten entschlossenes Handeln gegen die Waffengewalt im Land gefordert. Eine von ihm eingesetzte Arbeitsgruppe unter Leitung seines Vize Joe Biden wird voraussichtlich am Dienstag Vorschläge für künftige Beschränkungen bei Waffenkäufen vorlegen. Zu den möglichen geplanten Maßnahmen zählen unter anderem ein Verkaufsverbot für halbautomatische Waffen und besonders große Magazine sowie gründlichere Personenüberprüfungen bei Waffenkäufen.

Allerdings ist es fraglich, ob Obama deutliche Verschärfungen im Kongress durchsetzen könnte. Die Waffenlobby-Organisation NRA lehnt Restriktionen entschieden ab. Ihr Einfluss auch in Washington ist groß.

Der "New York Times" zufolge haben Waffenhändler bereits seit der Wiederwahl von Obama im November eine erhebliche Zunahme der Waffenkäufe registriert. Der Demokrat hatte sich in der Vergangenheit wiederholt dafür ausgesprochen, zumindest den Verkauf halbautomatischer Waffen zu verbieten - ohne allerdings in seiner ersten Amtszeit dahingehend aktiv zu werden. Seit dem Blutbad in Newtown vom 14. Dezember gebe es aber geradezu einen Ansturm in den Läden.

Das spiegelte sich auch in der hohen Zahl von Personenüberprüfungen wider, die vor vielen - aber nicht allen - Waffenkäufen durchgeführt werden. So habe es laut der National Shooting Sports Foundation, einer Organisation der Waffenindustrie, im Dezember 2,2 Millionen solcher "Background Checks" gegeben. Das sei ein Anstieg von 58,6 Prozent im Vergleich zum Dezember 2011.

"Wenn ich 1000 AR-15s hätte, könnte ich sie innerhalb einer Woche verkaufen", zitiert die Zeitung einen Waffenhändler in Des Moines (Iowa) mit Bezug auf jenes halbautomatische Gewehr, mit dem der Amokschütze von Newtown 20 Kinder und sechs Frauen getötet hatte. "Wenn ich schließe, dann hämmern sie an das Schaufenster, um reingelassen zu werden. Sie winken mir mit ihren Geldscheinen zu."

dpa


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