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Panorama 400.000 Lichter schmücken ein Haus bei Nienburg
Nachrichten Panorama 400.000 Lichter schmücken ein Haus bei Nienburg
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17:09 04.12.2009
400.000 Lichter schmücken dieses Haus in Calle (Landkreis Nienburg). Quelle: ddp

Calle. Bei Tageslicht ist das Haus von Familie Vogt in Calle im Landkreis Nienburg/Weser ein unscheinbares, rot verklinkertes Gebäude. Doch sobald es dämmert, verwandelt es sich in eine hell erleuchtete Weihnachtsattraktion. Hausherr Rolf Vogt hat das Haus mit rund 400 000 Lichtern geschmückt, die er per Fernbedienung anschaltet. Zahlreiche Lichterketten unter anderem in den Umrissen von Rentieren, Weihnachtsmännern und Schlitten machen das Gebäude zu einem Anziehungspunkt für Besucher. Häuser mit mehr Lichtern gebe es in Deutschland wohl nicht, vermutet der 62-Jährige. Rund um ihr „Lichterhaus“ veranstalten die Vogts in der Adventszeit zudem einen Mini-Weihnachtsmarkt.

Vor zehn Jahren ist Vogt dem „Lichterwahn verfallen“, wie er sagt. Bei einem Weihnachtsbesuch in Amerika sei er so fasziniert von den fantasievoll geschmückten Häusern gewesen, dass er mit seinem Sohn acht Stunden lang durch die Umgebung fuhr, um sich möglichst viele von ihnen anzuschauen. Zwei Reisetaschen voll mit Lichterketten brachte er damals mit nach Deutschland. Doch dabei ist es nicht geblieben.

Von Jahr zu Jahr kaufte sich Vogt mehr Lichterketten und beleuchtete weihnachtliche Figuren. Dabei ist er nicht einmal ein ausgesprochener Weihnachtsfan: „Für mich ist das ganze Jahr Weihnachten“, sagt er. Er fange schon Anfang August an, das Haus zu schmücken. Vier bis acht Stunden am Tag, je nach Wetter, bringe er damit zu, seine verschiedenen Leuchtobjekte zu drapieren.

Zwei Starkstromleitungen versorgen die Lichterketten mit Strom. Mehrere Kilometer Kabel gehen von den mehr als 50 Steckdosen in Vogts Schuppen ab. Sein Stromzähler drehe sich von Jahr zu Jahr schneller, berichtet Vogt. „Meine monatlichen Stromkosten liegen durch die Beleuchtung bei rund 2800 Euro“, sagt er. Dabei lasse er die Lichter „aus Kostengründen“ nur noch etwa vier Stunden am Tag an. Welche Summe er in seine „Lichter-Leidenschaft“ schon investiert hat, weiß er nicht genau. „Aber ein guter, gehobener Mittelklassewagen ist das sicherlich“, schätzt er.

Je mehr Lichter Rolf Vogt an seinem Haus und seinem Garten anbrachte, desto mehr Besucher kamen jedes Jahr, um sich das Gebäude anzuschauen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus ein kleiner Weihnachtsmarkt. In einem Zelt können sich Gäste aufwärmen und mit allerlei Essbarem stärken. Für die Kinder hat Vogt im Internet ein nostalgisches Kinderkarussell aus den 60er Jahren ersteigert. Gewinn macht er eigenen Angaben zufolge mit seiner Attraktion jedoch nicht. „Die Einnahmen gehen komplett für das Personal und die Stromkosten drauf“, sagt er.

Der Bürgermeister der Gemeinde Bücken, in der Calle liegt, gibt sich zurückhaltend, was Vogts „Lichterhaus“ betrifft. Das Gebäude sei „sicherlich eine Attraktion“, die viele Menschen anziehe, die Freude an derartiger Beleuchtung haben, sagt Wilhelm Schröder. Das Haus als Aushängeschild der Gemeinde zu vermarkten oder Vogt zu unterstützen, habe man derzeit jedoch nicht vor.

Besucher sind fasziniert von der üppigen Weihnachtsbeleuchtung. Familie Parda zum Beispiel ist extra eine halbe Stunde mit dem Auto gefahren, um sich das Haus anzuschauen. „Ich denke, so was gibt es nur einmal in Deutschland“, sagt Claudia Parda begeistert, „wahrscheinlich gibt es so etwas noch nicht einmal in Amerika“. Auch ihr Mann Carsten stimmt zu: „Das sollte man einfach gesehen haben.“ „Aber ein bisschen verrückt muss man - glaube ich -schon sein“, fügt Claudia Parda hinzu.

Verrückt findet Vogt seine Leidenschaft nicht. Auch wenn er damals nicht damit gerechnet habe, dass sein Hobby einmal solche Ausmaße annehmen werde. Aufhören möchte der 62-Jährige noch lange nicht. Er hat noch große Pläne: In den nächsten Jahren möchte er die Zahl der Lichter auf eine Million erhöhen.

ddp

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