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Panorama 24.000 feiern Gothic-Festival in Hildesheim
Nachrichten Panorama 24.000 feiern Gothic-Festival in Hildesheim
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18:33 08.08.2010
Zur Erinnerung: Ein M`era-Luna-Teilnehmer macht Fotos Quelle: dpa

Zelt, Schlafsack, Isomatte, Dosen-Ravoli und ein Kasten Bier - das reicht den meisten Besuchern von Musikfestivals im Sommer als Grundausstattung. Beim M’era-Luna-Festival ist das etwas anders. Eine ausgefallene Garderobe, Schminktäschchen und ein möglichst großer Spiegel gehören hier auf jeden Fall ins Gepäck.

Mehr als 24 000 Fans von Gothic-, Darkwave- oder Elektro-Musik aus ganz Europa sind am Wochenende nach Veranstalterangaben zu dem Spektakel in Hildesheim gekommen - so viele wie noch nie. Sie alle beschäftigt während der zwei Tage ein Problem: Wie sich aufbrezeln, wenn man in einem kleinen Zelt haust und sich die Duschen mit Tausenden teilen muss?

Drei Stunden braucht Jenny am Morgen, um sich für das Festival zu stylen. „Wir haben extra ein zweites Zelt, in dem man stehen kann, zum Anziehen dabei“, verrät die 21-Jährige. Das M’era Luna ist inzwischen zu einer Art Familientreffen der schwarzen Szene geworden. Die Anhänger der düsteren Klänge brechen hier für ein Wochenende aus ihrem normalen Leben aus.

So geht es auch Elena aus Hameln, die eine Ausbildung zur Mediengestalterin macht. Über das Festivalgelände spaziert die 21-Jährige in einem Kostüm aus Fellstiefeln, Schweißerbrille, Korsage und schwarzglänzendem Mundschutz. Mit der 20-jährigen Kitty, die Bürokauffrau lernt, verbindet sie nicht nur Freundschaft sondern auch eine Metallkette.

Die zum Teil Angst einflößende Verkleidung der Besucher täuscht. Auf dem Festival geht es überwiegend friedlich zu. In diesem Jahr gab es nur einen Zwischenfall, als eine Gruppe Feuerwerkskörper anzündete. Zwei Menschen wurden nach Angaben der Sanitäter leicht verletzt. Die Polizei nahm außerdem drei Menschen fest, die Sachen aus Zelten gestohlen hatten.

Neben dem eitlen Schaulaufen geht es auf dem Flugplatz-Gelände natürlich auch um die Musik - und die ist nicht nur was für eingefleischte Kenner. In diesem Jahr spielte etwa die Aachener Electro-Pop-Gruppe Unheilig, die mit ihrem Song „Geboren um zu leben“ Anfang des Jahres die Charts stürmte. Aber auch Bands wie die Sisters of Mercy oder Placebo sind außerhalb der Szene bekannt.

Während der zwei Tage traten 40 Bands auf zwei Bühnen auf - für jeden war etwas dabei. Das Musikprogramm reichte von klassischer Gothic-Musik über düstere Electro-Klänge bis zu Mittelalter-Rock, eindrucksvolle Bühnenshows inklusive. Die Gruppe In Extremo etwa kombinierte ihre Rock-Musik mit viel Feuerwerk und Rauch.

Seit elf Jahren pilgern die Fans der schwarzen Szene zum M’era Luna, das dem Veranstalter zufolge das größte Festival dieser Art in Europa ist. Das liegt auch an den treuen Fans, die jedes Jahr wiederkommen - wie Stefan aus dem nordrhein-westfälischen Werl. „Ich bin hier unter meinesgleichen“, erzählt der 42 Jahre alte Taxifahrer, nachdem er seine blaue, mit Nieten gespickte Gasmaske abgenommen hat. „Das ist meine Familie. Das ist mein Leben.“

(Sebastian Knoppik, dpa)

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