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Niedersachsen Zweifel an Gorleben ignoriert
Nachrichten Niedersachsen Zweifel an Gorleben ignoriert
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14:02 03.02.2010
Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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Niedersachsens Landesregierung hat bereits 1981 wissenschaftliche Zweifel an einer Eignung des Salzstocks in Gorleben zur Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll ignoriert. Dies geht aus einem vertraulichen Vermerk hervor, den die Landtagsfraktion der Linken in den Gorleben-Akten entdeckt hat. In dem Schreiben hatten hochrangige Beamte erklärt, dass sich „die bereits früher geäußerten Zweifel an der Eignung des Salzstocks“ durch die Erkundungen der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) bestätigt hätten. Sowohl die Wasserverhältnisse im Gestein als auch der Aufbau des Salzstocks seien „komplizierter als erwartet“.

Im Detail betonen die Gutachter, dass über dem Salzstock eine „Schmelzwasserrinne mit verschiedenen Nebenrinnen verläuft“ und stellenweise sogar bis in den Salzstock hineinreicht. Die Lagerungsverhältnisse seien innerhalb des Salzstocks aufgrund „intensiver Verfaltungen“ und mehrerer Kalisalzflöze „zum Teil sehr kompliziert“. Allerdings, so betonen die Autoren, reiche der gegenwärtige Stand der Erkundung „für eine abschließende Eignungsaussage keinesfalls aus“. „Letze Sicherheit“ könne erst eine Erkundung unter Tage geben.

Für den Fall eines negativen Ergebnisses läge es daher nahe, einen alternativen Standort auszuwählen. Dieser werde bereits auf Bundeseben diskutiert, wobei eine Lagerung in Wahn (Emsland) aus geologischer Sicht zu favorisieren sei, heißt es in dem Vermerk. Gorleben habe deshalb den Vorzug vor Wahn erhalten, „weil im Zusammenhang mit der Bundeswehr-Erprobungsstelle Meppen gewisse Vorbehalte gegen Wahn gemacht worden waren“.

„Es kommt immer mehr ans Tageslicht, wie groß die Bedenken gegen Gorleben waren“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Links-Fraktion, Kurt Herzog, am Mittwoch in einer Mitteilung. Der Vermerk sei schließlich auch über den Tisch des damaligen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU) gegangen. „Doch trotz aller geologischen Mängel hat er Gorleben durchgezogen.“

lni

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