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Niedersachsen Zahl der von Wölfen gerissenen Weidetiere leicht gestiegen
Nachrichten Niedersachsen Zahl der von Wölfen gerissenen Weidetiere leicht gestiegen
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11:22 25.03.2017
Wolf. Quelle: Ingo Wagner/Archiv
Norden

Die Zahl der vom Wolf getöteten Weidetiere in Niedersachsen ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Nach Zahlen des Wildtiermanagements gab es 68 eindeutig dem Wolf zugeordnete Fälle mit insgesamt 175 getöteten Tieren, vor allem Schafe, aber auch Rinder. 2015 waren es 64 gemeldete Schäden und 165 getötete Tiere.

Nach Ansicht des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel zeigt die Statistik, dass die Prävention mit wolfssicheren Zäunen funktioniert. Trotz der auf rund 80 Tiere angewachsene Zahl der Wölfe stagniere die Zahl der Nutztierrisse, betonte der Grünen-Politiker.

Die niedersächsische CDU bewertet die Lage anders: Sie sieht eine erhebliche Zunahme der Übergriffe auf Weidetiere und fordert eine Obergrenze für Wölfe, die durch Abschüsse geregelt werden soll. Sichere Einzäunungen seien besonders in küstennahen Grünlandregionen und Deichzonen kaum möglich, heißt es in dem Sieben-Punkte Plan der CDU-Fraktion zum Wolf. Eine Regulierung der Zahl der Tiere sei unausweichlich.

Das sieht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ähnlich. Zwischen 2008 und 2016 haben nach ihren Angaben fast 2700 Schafhalter ihre Bestände abgeschafft. Ein Grund dafür sei - neben wirtschaftlichen Aspekten - der Anstieg der Wolfspopulation, sagte Pressesprecher Wolfgang Ehrecke.

2016 gab es nach der Statistik der Tierseuchenkasse noch 11 356 Halter mit insgesamt 233 677 Schafen. "Auch Züchter bedrohter Schafrassen haben wegen des Wolfes aufgegeben", sagte Ehrecke. Dies schmälere die genetische Vielfalt.

Das Land Niedersachsen gewährt den Landwirten, deren Tiere nachweislich vom Wolf gerissen wurden, finanzielle Unterstützung, um wirtschaftliche Schäden abzupuffern.

Daneben wird der Kauf von wolfssicheren Zäunen sowie die Anschaffung von Herdenschutzhunden finanziell gefördert. Dies gelte für Schafen, Ziegen und Gatterwild, sagte Herma Heyken, Sprecherin des für die Anträge zuständigen Niedersächsischer Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). "Im Ausnahmefall können auch Schutzmaßnahmen für Rinder und Pferde gefördert werden."

Die Förderung beschränkt sich auf die Regionen, in denen Wölfe unterwegs sind, maximal werden 80 Prozent der Kosten übernommen.

dpa

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