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Christian Wulff (CDU)

Gute Umfragewerte

Wulff will nicht der "Prinz Charles" der Politik sein

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff will trotz guter Umfragewerte nicht länger als Kronprinz von Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel gelten.

„Diese Diskussion nervt mich unendlich“, sagte der stellvertretende CDU-vorsitzende in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Illustrierten „Bunte“. Wenige Tage vor dem Stuttgarter CDU-Parteitag rief Wulff seine Parteifreunde auf, sich einmütig hinter Merkel zu stellen und gab zu verstehen, er wolle nicht der Prinz Charles in der deutschen Politik sein.

„Es gibt zum Glück keine Kronprinzenrolle in Deutschland. Und dort, wo es sie gibt, zum Beispiel in Großbritannien, ist der tatsächliche Kronprinz Charles bis heute damit nie glücklich geworden. Den Charles der Politik gibt es in Deutschland nicht“, wird der Stellvertreter Merkels im Parteivorsitz zitiert. Wulff bekräftigte, er wolle noch lange Ministerpräsident in Hannover bleiben und sich daneben als Vizeparteichef in die Bundespolitik einbringen.

Mit Blick auf den Bundesparteitag am kommenden Montag und Dienstag rief Wulff die Delegierten auf, sich „einhellig und einmütig hinter Angela Merkel zu Beginn dieses schwierigen Wahljahrs“ zu stellen. Die CDU solle sich als Partei der Mitte positionieren, „als die Kämpferin für die freie und soziale Marktwirtschaft, für unsere Wirtschaftsordnung, die uns so viel Wohlstand, Reichtum und sozialen Ausgleich gebracht hat“.

Hohe Werte bei Anhängern anderer Parteien


Bei einer von der Illustrierten in Auftrag gegebenen Emnid-Erhebung sprachen sich 40 Prozent der 1.004 Befragten für eine größere Rolle Wulffs in der CDU aus. Der scheidende Bundestagsabgeordnete und Ex-Fraktionschef Friedrich Merz kam bei der Umfrage mit 31 Prozent auf den zweiten Platz, gefolgt vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers mit 28 Prozent. Hessens geschäftsführender Ministerpräsident Roland Koch erreichte 21 Prozent, sein baden-württembergischer Amtskollege Günther Oettinger kam mit 17 Prozent auf den fünften Platz.

Besonders gute Werte erzielte Wulff bei den Anhängern der FDP mit 63 Prozent, bei denen der SPD waren es 40 und denen der Grünen auf 39 Prozent. Die Zustimmung bei den CDU-Anhängern lag für den niedersächsischen Regierungschef bei 52 Prozent.


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