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Niedersachsen Wulff-Show mit Gabelstabler und Porsche-Trecker
Nachrichten Niedersachsen Wulff-Show mit Gabelstabler und Porsche-Trecker
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13:00 23.06.2010

ZEVEN. Es war ein bisschen die Christian-Wulff-Show. Der schwarz-gelbe Präsidentschaftskandidat steuert unter viel Applaus einen Gabelstapler in zehn Metern Höhe durch einen schmalen Gang. „Man muss schon feinfühlig sein. Rambos haben da schlechte Karten“, sagt der niedersächsische Regierungschef am zweiten Tag seiner Sommerreise durch Niederachsen.

Dann posiert er strahlend auf einem knallroten Oldtimer-Traktor der Marke Porsche. Firmenchef Hans-Peter Fricke ist Feuer und Flamme für den Ministerpräsidenten, als dieser am Mittwoch das Landtechnik-Unternehmen in Zeven im Städtedreieck Hamburg, Bremen und Bremerhaven besucht. Doch lieber wäre es dem Unternehmer und langjährigen CDU-Mitglied dann doch, Wulff als Kanzlerkandidaten zu erleben. „Wir hätten Sie gerne in der Bundespolitik in einer Machtposition gesehen.“ Jetzt müsse er in dem „großen dunklen Haus sitzen“ und könne keine Macht mehr ausüben wie „in der richtigen Politik“, meint Fricke bedauernd.

Das Image des netten, aber harmlosen Präsidenten fürs Repräsentieren will Wulff, der die Anspielungen gut gelaunt aufnimmt, nicht so einfach stehen lassen. „Man wird in Berlin manch Gutes tun können für Deutschland“, sagt der 51-Jährige, der Ende Juni Bundespräsident werden will. Mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde er noch ab und zu ein Glas Wein trinken, und er könne manchen Rat geben, sagt er augenzwinkernd zu Firmenchef Fricke.

Wulff zeigt sich bei seiner bis Freitag dauernden Tour, bei der noch viele Firmenbesuche anstehen, locker in Jeans und Sakko. Er plaudert mit Auszubildenden, lobt die jungen Leute und stellt sich routiniert zum Gruppenfoto auf – sieben Jahre Erfahrung als Regierungschef sind zu spüren. Aber auch als Bundespräsident wäre vermutlich nicht alles anders – Besuche bei Bürgern im ganzen Land gehören auch zu den Aufgaben des Mannes im höchsten Staatsamt. Allerdings herrscht in Schloss Bellevue in der Regel ein strenges Protokoll. Doch Wulff will sich von den Vorgaben scheinbar nicht schrecken lassen. „Wieso, ich bin doch dann der Chef“, sagt er.

Und auf seine Wahl am 30. Juni arbeitet Wulff auch während der Sommertour zielstrebig hin. Am Dienstagabend habe er bis Mitternacht noch an seiner Rede gearbeitet, erzählt er. Einige der Themen darin: Integration, der Weg aus dem Schuldenstaat, Bildung und 20 Jahre Deutsche Einheit.

Vorher wird Wulff am Mittwoch aber noch eine Offshore-Windanlage und eine Werft im Norden Niedersachsens besuchen.

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