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Niedersachsen Wolf: Suche in sechs Landkreisen
Nachrichten Niedersachsen Wolf: Suche in sechs Landkreisen
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18:20 03.03.2015
Wildeshausen

Ein Wolf, eigentlich menschenscheu, wagt sich in zwei Wohngebiete. Jetzt wird das Jungtier in sechs Landkreisen gesucht. Es soll betäubt und eingefangen werden. „Wir haben noch nie einen so auffälligen Wolf erlebt“, sagte  Niedersachsens Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz.

Das Tier war am Sonntag und Montag im Kreis Oldenburg in Wildeshausen und dem benachbarten Großenkneten gesehen und fotografiert worden. Er trabte vor einem Auto her, starrte zwei Joggerinnen an, wurde von einem älteren Ehepaar – „die waren ganz begeistert, dass sie ihn gesehen haben“ – durch Schütteln eines Regenschirms vertrieben.

Bisher sei zwar weder dieser noch ein anderer Wolf in Niedersachsen aggressiv geworden, sagte Kottwitz. „Aber wir nehmen die Sache sehr ernst.“ Auch in den Nachbarkreisen Cloppenburg, Vechta, Diepholz und Nienburg war ein Wolf gesichtet worden. Diese sowie das Ammerland im Norden wurden gestern aufgefordert, Amtspersonen wie Kreisveterinäre, Polizisten oder Wolfsberater zu nennen, die das Tier betäuben könnten. „Dieser Wolf geht ja hin und her, der hat ja einen Radius von zig Kilometern“, begründete die Staatssekretärin das große Suchgebiet.

Bei jeder Sichtung solle die Polizei informiert werden. Die bringe dann den jeweils beauftragten Schützen zum Sichtungsort. In erster Linie solle aber ein Beamter der Polizeidirektion Oldenburg zum Einsatz kommen, der ein Betäubungsgewehr bedienen darf.

Der ruhig gestellte Wolf soll dann in die Auffangstation Wildpark Lüneburger Heide oder die Quarantänestation im Tierpark Görlitz gebracht und dort untersucht werden. Es gebe einige Meinungen, dass Tier sei nicht gesund, so Kottwitz. Anschließend soll der Wolf mit einem Sender versehen werden, damit man künftig weiß, wo er ist – und dann wieder freigelassen werden. Um ihm die Nähe des Menschen zu vergällen, soll er dabei mit Gummigeschossen verjagt werden.

Der Wolf ist vom Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. „Nur wenn er gegenüber Menschen aggressiv ist oder angreift, darf man ihn töten“, sagte Kottwitz. „Das ist aber die allerletzte Möglichkeit.“ Ihr Rat bei einer Begegnung: Ruhig sein, „in die Hände klatschen und sich langsam zurückziehen“.

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