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Niedersachsen Wird der Papst evangelisch?
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13:29 18.04.2017
Lobt den Papst: Der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Quelle: dpa
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Hannover

Im großen Lu­ther-Jubiläumsjahr, 500 Jahre nach der Kirchenspaltung in katholische und evangelische Christen, macht der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sehr freundliche Bemerkungen über die Rolle des Papstes.

Heinrich Bedford-Strohm, evangelischer Landesbischof in Bayern und EKD-Ratsvorsitzender, hat jetzt in einem Interview mit dem „Focus“ unter anderem gesagt: „Papst Franziskus strahlt vieles von dem aus, was mit Luthers Hauptanliegen verbunden ist.“ Der EKD-Chef be­tont, dass es für ihn nicht in Frage komme, etwa Pastorinnen und Bischöfinnen wieder abzuschaffen, die bei deutschen Protestanten selbstverständlich sind, in der katholischen Kirche aber unbekannt. Bedford-Strohm weist auch darauf hin, dass er das demokratische Prinzip, mit dem bei den Lutheranern über Finanzen oder auch Bischöfe entschieden wird, für unverzichtbar halte.

Der Ratsvorsitzende ordnet das dann im „Focus“ so ein: „Die Frage, ... ob diese Dinge Teil einer versöhnten Verschiedenheit sein können, müssen wir klären.“

Das Magazin fragt auch ausdrücklich, ob sich der evangelische Bischof einen Ehrenvorsitz des Papstes („Ehrenprimat“) für alle Christen auf der Welt vorstellen könnte. Der EKD-Chef sagt in der Antwort nicht Nein: „Dass ein Mensch wie Papst Franziskus weltweit große Aufmerksamkeit genießt, kann auch für Christen anderer Konfessionen fruchtbar sein.“ Das ersetze aber nicht die Vielfalt „kirchlicher Organisationsformen und Traditionsformen“.

Die Internetseite „katholisch.de“ verbreitet die Äußerungen mit dieser Überschrift: „Bedford-Strohm: Ehrenprimat des Papstes vorstellbar“. Eine Erläuterung der EKD (Dienstsitz Hannover), was genau Bedford-Strohm mit den Antworten ge­meint habe, war zu­nächst nicht zu bekommen. Die hannoversche lutherische Landeskirche (Deutschlands größte mit 2,7 Millionen Mitgliedern) wollte das Interview nicht kommentieren.

Eine Debatte um einen Ehrenvorsitz des Papstes bei den Lutheranern hat es bereits einmal gegeben. Der Chef der evangelischen Zeitschrift „Chrismon“, Arnd Brummer, meinte dazu 2011: „Martin Luther selbst schreibt, die Idee eines Oberhauptes der Kirche sei ,antichristlich.’ Und die römisch-katholische Kirche betrachtet sich bis heute als die einzig wahre.“

Die ehemalige hannoversche Bischöfin Margot Käßmann hat auf die Frage, ob sie neidisch auf die Bekanntheit der Päpste sei, übrigens mal so geantwortet: „Neidisch bin ich nur darauf, dass er rote Schuhe tragen darf, ohne dass dies jemand kritisiert.“

Von Dirk Altwig

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