Navigation:
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Gespräch mit Bundeswehrsoldaten.© dpa

Militär

Weil empfängt heimgekehrte Soldaten

Respekt vor den heimgekehrten deutschen Soldaten: Niedersachsens Ministerpräsident Weil begrüßt 80 Soldaten nach Auslandseinsätzen. Ein Oberleutnant erinnert sich: Seine schlimmste Erfahrung hat nichts mit Krieg zu tun.

Hannover. Mit Dank und Respekt hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) 80 Soldaten begrüßt, die von Auslandseinsätzen der Bundeswehr zurückgekehrt sind. "Sie haben grundlegende Prinzipien des Völkerrechts garantiert. Ich bedanke mich im Namen des Landes Niedersachsen und dieses Staates", sagte Weil beim Empfang im Gästehaus der Landesregierung am Montag in Hannover.

Für Sascha Schlüter (38), Oberleutnant bei der Bundeswehr, war es ein Erlebnis, das er "nicht missen, aber am liebsten auch nicht wiederholen" würde. Die Männer und Frauen waren in den vergangenen Monaten in Afghanistan, Mali und im Kosovo. Stationiert sind sie unter anderem in Hannover, Munster, Neustadt am Rübenberge, Rotenburg/Wümme, Lüneburg sowie Holzminden.

Schlüter war von Februar bis August 2014 im afghanischen Masar-e-Scharif eingesetzt. Er kommt aus dem lippischen Augustdorf in Nordrhein-Westfalen. Sein Aufenthalt in Afghanistan war für den Familienvater eine Grenzerfahrung. "Ich habe da gelernt, mein Leben in Deutschland viel, viel mehr wertzuschätzen", sagte Schlüter.

Der Grund: "Das, was wir hier zum Beispiel in Sachen Sicherheit und Infrastruktur als selbstverständlich betrachten, ist in anderen Teilen der Welt eben nicht selbstverständlich." Es sei eine wertvolle Erkenntnis gewesen. Weniger schön: der Abschied von seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern im Grundschulalter. "Der war sehr tränenreich", erinnerte sich Schlüter. "Das war das Schlimmste an meinem ganzen Einsatz." "Irgendwann habe ich realisiert, dass meine Familie zu Hause nun in einer Wirklichkeit lebte, in der ich im Alltag nicht mehr vorkam", sagte Schlüter.

"Einmal zum Beispiel telefonierte ich mit meiner Frau, als sie unseren Sohn fragte, ob er mit mir sprechen wolle. Wollte er aber nicht. Ich gehe lieber nach draußen, sagte er", erinnerte sich Schlüter. "In diesem Moment musste ich wirklich schlucken." Mittlerweile ist er schon mehr als ein halbes Jahr zurück in Deutschland und wieder in den Alltag seiner Familie integriert. Dennoch: "Gut möglich, dass ich irgendwann wieder ins Ausland muss."

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von den Obike-Leihfahrrädern in Hannovers City?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie