Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Weil empfängt heimgekehrte Soldaten
Nachrichten Niedersachsen Weil empfängt heimgekehrte Soldaten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:36 09.03.2015
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Gespräch mit Bundeswehrsoldaten. Quelle: dpa
Hannover

Mit Dank und Respekt hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) 80 Soldaten begrüßt, die von Auslandseinsätzen der Bundeswehr zurückgekehrt sind. "Sie haben grundlegende Prinzipien des Völkerrechts garantiert. Ich bedanke mich im Namen des Landes Niedersachsen und dieses Staates", sagte Weil beim Empfang im Gästehaus der Landesregierung am Montag in Hannover.

Für Sascha Schlüter (38), Oberleutnant bei der Bundeswehr, war es ein Erlebnis, das er "nicht missen, aber am liebsten auch nicht wiederholen" würde. Die Männer und Frauen waren in den vergangenen Monaten in Afghanistan, Mali und im Kosovo. Stationiert sind sie unter anderem in Hannover, Munster, Neustadt am Rübenberge, Rotenburg/Wümme, Lüneburg sowie Holzminden.

Schlüter war von Februar bis August 2014 im afghanischen Masar-e-Scharif eingesetzt. Er kommt aus dem lippischen Augustdorf in Nordrhein-Westfalen. Sein Aufenthalt in Afghanistan war für den Familienvater eine Grenzerfahrung. "Ich habe da gelernt, mein Leben in Deutschland viel, viel mehr wertzuschätzen", sagte Schlüter.

Der Grund: "Das, was wir hier zum Beispiel in Sachen Sicherheit und Infrastruktur als selbstverständlich betrachten, ist in anderen Teilen der Welt eben nicht selbstverständlich." Es sei eine wertvolle Erkenntnis gewesen. Weniger schön: der Abschied von seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern im Grundschulalter. "Der war sehr tränenreich", erinnerte sich Schlüter. "Das war das Schlimmste an meinem ganzen Einsatz." "Irgendwann habe ich realisiert, dass meine Familie zu Hause nun in einer Wirklichkeit lebte, in der ich im Alltag nicht mehr vorkam", sagte Schlüter.

"Einmal zum Beispiel telefonierte ich mit meiner Frau, als sie unseren Sohn fragte, ob er mit mir sprechen wolle. Wollte er aber nicht. Ich gehe lieber nach draußen, sagte er", erinnerte sich Schlüter. "In diesem Moment musste ich wirklich schlucken." Mittlerweile ist er schon mehr als ein halbes Jahr zurück in Deutschland und wieder in den Alltag seiner Familie integriert. Dennoch: "Gut möglich, dass ich irgendwann wieder ins Ausland muss."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!