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Soziales

Vernachlässigung: Mehr Kinder kommen in Obhut

Die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr nicht nur wegen der Ankunft unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in die Höhe geschnellt.

Hannover. Auch wegen Überforderung oder Beziehungsproblemen der Eltern oder Vernachlässigung wurde ein Fünftel mehr Kinder in Obhut genommen als noch 2015, teilte das Landesamt für Statistik am Montag mit. Die Zahl der Inobhutnahmen lag 2016 bei 8347 und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 42,9 Prozent. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge machten 4365 der Schutzmaßnahmen aus.

Bei einer Inobhutnahme werden Kinder vom Jugendamt vorübergehend an einem anderen Ort untergebracht, etwa in einer Wohngruppe. Nach einem Tipp von Nachbarn, aus der Schule oder von der Polizei müssen Mitarbeiter des Jugendamts das Kind zu Hause besuchen und abwägen, ob es in der Familie bleiben kann. Auslöser kann auch sein, dass Kinder und Jugendliche sich selbst bei den Behörden melden.

Schon 2015 war die Zahl der Inobhutnahmen wegen der großen Zahl minderjähriger Flüchtlinge im Vergleich zu 2014 um 50,4 Prozent gestiegen. Wenn man die jungen Flüchtlinge herausrechnet, lag die Zahl der Inobhutnahmen 2014 bei 3531, 2015 bei 3308 und 2016 bei 3982.

dpa


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