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Ein Tierpfleger hält einen Elefantenhaken in der Hand.

Ein Tierpfleger hält einen Elefantenhaken in der Hand.© Holger Hollemann/Archiv

Tiere

Verdacht auf Elefantenquälerei: Ermittlungen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Misshandlung von Elefanten im Zoo eingestellt. Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht für strafbare Handlungen, teilte die Behörde am Dienstag mit - Peta zeigt sich in einer Reaktion entsetzt.

Hannover. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte Anfang April Videoaufnahmen aus dem Jahr 2016 veröffentlicht, welche die Misshandlung von Elefanten in Hannover durch den Einsatz von sogenannten Elefantenhaken dokumentieren sollten. Peta stellte auch Strafanzeige gegen die Zoo-Verantwortlichen. In einem monatelangen Verfahren hatte die Staatsanwaltschaft daraufhin externe Gutachten eingeholt sowie die für den Zoo zuständige Veterinärbehörde befragt.

Kernpunkt der Vorwürfe gegen die Tierpfleger war die Arbeit mit Haken und Peitsche. Im Zoo Hannover werden die Elefanten im sogenannten direkten Kontakt gehalten. Viele andere Tierparks haben inzwischen auf den indirekten Kontakt umgestellt - das heißt, dass die Pfleger die Anlage gar nicht mehr betreten. Auch der Zoo Hannover will auf den direkten Kontakt umstellen und dafür sein Gehege umbauen.

Der Einsatz eines Elefantenhaken sei beim direkten Kontakt nicht grundsätzlich verboten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er diene sowohl dem Schutz des Pflegepersonals als auch den Tieren selbst. Die Elefanten müssten dressiert werden, damit sie zum Beispiel die regelmäßig notwendige Sohlen- und Nagelpflege überhaupt zulassen. Die Elefanten könnten durch den Einsatz des Hakens Schmerz empfunden haben, räumten die Gutachter ein. Allerdings lasse sich nicht mit hinreichender Sicherheit feststellen, dass den Tieren dadurch erhebliche Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen zugefügt worden seien.

Die Tiere zeigten den Ermittlungen zufolge zudem keine Anzeichen für Verhaltensstörungen, Fluchtverhalten oder Scheu vor Menschen. Auch die zuständige Veterinärbehörde habe bei ihren regelmäßigen Kontrollen keine Verhaltensauffälligkeiten feststellen können, betonte die Staatsanwaltschaft. Der Zoo wollte am Dienstagmittag selbst Stellung nehmen. Er hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und eine eigene Untersuchung angekündigt.

Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei Peta, kommentiert die Einstellung des Verfahrens: „Beide Offizialgutachten der Staatsanwaltschaft Hannover bestätigen den brutalen Umgang der Pfleger mit den Elefanten sowie die Verwerflichkeit der völlig überflüssigen Dressuren abseits der Öffentlichkeit – genau wie die vorangegangenen Peta-Gutachten. Dass all dies legal und strafrechtlich nicht relevant sein soll, ist unbegreiflich. Deshalb haben wir heute Beschwerde gegen den Bescheid der Staatsanwaltschaft Hannover eingelegt.“


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